E. Mühlthaler.
E. Mühlthaler (seit 1867) war der erste in München, der sich im illustrierten Prachtdruck versuchte, und zwar mit den im Bruckmannschen Verlag erscheinenden „Die Schweiz“ von Gsell-Fels und „Rhododendron“. Bei unverkennbarer Tüchtigkeit und anerkennenswertester Sorgfalt erreichten diese Ausgaben doch nicht ähnliche Stuttgarter Leistungen. Seit 1875 druckt Mühlthaler die Münchener „Fliegende Blätter“ und entwickelt auch seine Intelligenz in merkantilen Accidenzarbeiten. Er beschäftigt bereits 15 Schnellpressen.
Knorr & Hirth.
Eine der angesehensten Firmen ist die von Knorr & Hirth, die mit zwei Rotationsmaschinen, zwei vierfachen und verschiedenen einfachen Schnellpressen arbeitet. Dr. Hirth ist bekannt durch seine Bestrebungen zur Erweckung des Sinnes für die Renaissance, worauf namentlich die in seinem Verlag erscheinenden Werke: Formenschatz der Renaissance; Butsch, Bücherornamente u. a. hinzielen. Nebenbei liefert die Offizin hübsche Accidenzarbeiten und druckt die „Münchener Nachrichten“ in 33000 Exemplaren. Noch weiter als Knorr & Hirth greift in seiner Geschmacksrichtung in der Zeit M. Huttler.zurück Dr. M. Huttler aus Augsburg, welcher eine Filiale in München errichtet hat. Seinen Verlag von Erbauungsbüchern druckt er in gothischer oder Schwabacher Schrift in streng durchgeführter Imitation älterer Drucke.
F. Straub.
J. G. Weiss.
Die „Akademische Buchdruckerei“ von F. Straub beschränkt sich namentlich auf gelehrte Arbeiten und amtliche Drucke, ebenso die Universitätsbuchdruckerei von J. G. Weiss.
R. Oldenbourg.
Unter den neueren Offizinen zeichnet sich die von R. Oldenbourg (13 Schp.) sowohl durch ihre vortrefflichen Einrichtungen als durch ihre Arbeiten aus. Im Jahre 1874 übernahm Oldenbourg von Pustet in Regensburg den Zentral-Schulbücherverlag, ausserdem erscheinen bei ihm sechs Zeitschriften; dagegen werden Accidenzarbeiten weniger gepflegt.
Verschiedene Druckereien.
Zu erwähnen sind noch folgende Offizinen: C. Wolff & Sohn (8 Schp.); F. Wild (7 Schp.); J. Deschler (8 Schp.); E. Huber (6 Schp.), dessen Spezialität hebräische Bücher sind; W. Weifenbach, welcher feine Accidenzarbeiten liefert. Die Cottasche Buchhandlung verlegte die Druckerei der „Allgemeinen Zeitung“ nach München (1 Rotm. und 4 Schp.).