Das Beispiel Lunos und Thieles hat sehr befruchtend gewirkt und der dänische Druck nimmt im ganzen eine sehr respektable Stellung ein. Die Offizin von Berling, welche jetzt nur die Berlingske Tidende mit Rotationsmaschine aus der Fabrik Eickhoff in Kopenhagen druckt, hat sich durch Einführung der technischen Verbesserungen und Erfindungen des Auslandes verdient gemacht. Der letzte männliche Besitzer der Firma Carl Berling spielte als Kammerherr, Reisemarschall und Günstling des Königs Friedrich VII. eine Rolle. Er starb auf einer Reise in Ägypten am 30. März 1871. Geachtete Namen erwarben sich unter anderen Andreas Seidelin und die von J. F. Schultz begründete Hofbuchdruckerei, jetzige Universitätsbuchdruckerei von J. H. Schultz, welche mit 12 Schnellpressen namentlich Regierungs-, Universitäts- und Kommunalarbeiten liefert. In der Provinz ist zu nennen die über 110 Jahre bestehende Fyens Stifts-Buchdruckerei in Odense, wo die Wiege der dänischen Buchdruckerei stand (I, S. 74).

Statistisches.

Zur Zeit hat Dänemark 175 Buchdruckereien (davon 71 in Kopenhagen) mit einem Arbeitspersonal von 1438 Köpfen, darunter 746 Setzergehülfen, 354 Setzerlehrlinge; 69 Setzerinnen, namentlich bei den Setzmaschinen thätig; 176 Drucker, 82 Druckerlehrlinge. Die Zahl der Schnellpressen ist 294, der Tretpressen 36 (davon in Kopenhagen 151 Schnellpressen, 35 Tretpressen). 90 Handpressen werden wohl, wie überall, fast nur als Korrekturpressen dienen[260].

Die litterarische Produktion ist nicht so genau wie in Deutschland anzugeben, da die einzige Kontrolle in der angeordneten Ablieferung eines Exemplars jeden Druckwerkes an die königliche Bibliothek besteht. Eingereicht wurden im Jahre 1880 349 Zeitschriften, 1806 Bücher und Broschüren. In Kopenhagen erscheinen 14 Tageblätter zumeist im Format der grossen Pariser Zeitungen; in den Provinzen 50. Kopenhagen hat 14 illustrierte Wochenblätter, unter welchen die humoristischen eine grosse Verbreitung haben.

Xylographie und Chemitypie.

Die Xylographie, früher hauptsächlich durch Deutsche geübt, leistet sehr anerkennenswertes; die bedeutendsten Anstalten sind die der Illustreret Tidende, H. P. Hansen, F. Hendrikson und J. J. Rosenstand. Die Chemitypie verdankt dem Dänen Chr. Piil[261] ihr Dasein und ist in Dänemark sehr beliebt geworden. Öfters wird sie mit der Zinkhochätzung verwechselt, jedoch beruht sie auf anderen Grundsätzen (S. [18]). Piil brachte seine Erfindung nach Leipzig und übte sie dort in Verbindung mit dem Buchhändler H. Friedlein. Auch die Zinkographie fand sehr geschickte Ausüber in Dänemark.

Schriftgiesserei.

Auf Grund des kleinen Geschäftsgebietes konnte die Schriftgiesserei nicht mit der deutschen Schritt halten. Schriften wurden hauptsächlich von Trennert in Altona und Genzsch & Heyse in Hamburg, dann auch von Berlin und Leipzig bezogen. Gute Arbeiten liefert H. A. F. Fries in Kopenhagen.

Die Schriftgiessmaschine.

L. Brandt * 6. Sept. 1807.