Einen hohen Ruf durch die ganze Welt erwarb sich die „Columbia-Presse“ John Clymers. Dieser stammte aus einer Schweizerfamilie, die nach Amerika ausgewandert war. Im Alter von sechzehn Jahren erfand der junge Clymer bereits einen neuen Pflug mit so besonderen Vorzügen, dass er die Aufmerksamkeit der Männer der Wissenschaft auf sich zog. Der Zustand der Druckerpresse erweckte seine Erfinderlust und bereits im Jahre 1797 begann er seine Verbesserungen an der Holzpresse, später an der eisernen, bis er seine berühmte „Columbia-Presse“ zustande brachte, die er 1818 in England einführte, wo sie allgemeine Verbreitung fand. In den dreissiger Jahren beherrschte sie fast alle Druckoffizinen, auch die des Kontinents. In dieser Presse wurde durch eine Kombination von Hebeln bei grosser Gleichmässigkeit des Druckes eine ausserordentliche Kraft geübt, und der Abdruck erschien, bei wesentlicher Schonung der Schrift, in grösster Schärfe. Das Zurückgehen des Tiegels geschah durch ein, auf einem langen Hebel angebrachtes, schweres Gewicht, meist in der Gestalt des auffliegenden amerikanischen Adlers. Die Presse hatte etwas Imposantes und konnte für sehr grosses Format gebaut werden[30].

W. Hagar.

Eine weite Verbreitung fanden ebenso diejenigen Pressen, welche bei geringer Kraftanwendung und bei elastischem Zug durch einen Kniehebel einen starken Druck ausübten. Der Tiegel wurde durch Spiralfedern getragen, das Einstellen für die verschiedenen Schrifthöhen geschah sehr leicht. Diese Pressen wurden zuerst von dem Amerikaner Hagar gebaut[31]. Das Prinzip des Kniehebels war bereits, jedoch nicht in glücklicher Weise, in der sehr komplizierten „Strebepresse“ von Hawkin[32] angewendet und wurde später bei mehreren englischen Pressen benutzt. Sehr verbreitet war die „Albionpresse“ von Hopkinson[33] und die „Imperialpresse“ von J. Cope[34].

J. Ruthven.

Alle die Abarten der Handpresse, die keine grosse Rolle gespielt haben, hier zu beschreiben, wäre eine unfruchtbare Arbeit; es seien nur noch einige, die sich durch Originelles in der Konstruktion auszeichneten, kurz erwähnt. Bei der von John Ruthven in Edinburgh 1813 erbauten „Schottischen Presse“ blieb das Fundament, welches mit Deckel, Rähmchen und Punkturen versehen ist, unbeweglich, während der Tiegel in Schienen hin und her ging und das Fundament durch einen unter demselben angebrachten Mechanismus kräftig angezogen wurde[35]. Sehr originell war die Konstruktion der 1820 in D. Treadwell.J. Saxton.England patentierten „Tretpresse“ des Amerikaners Daniel Treadwell. Das Fundament war, wie bei der Ruthven-Presse, fest. Sie arbeitete leicht, nahm aber einen grossen Raum ein und sah sehr hässlich aus, fand auch nicht Eingang[36]. Nicht besser ging es der „Hydrostatischen Presse“ Jos. Saxtons, in welcher der Tiegel an das Fundament gedrückt wurde durch die Kraft des Wassers, das sich in einem hohlen, elastischen, in der Art der Ziehharmonika geformten und mit dem Tiegel zusammenhängenden Behälter befand, während beim Abfluss des Wassers aus demselben der Tiegel sich wieder hob.

Die Auftragmaschine.

Der Gedanke, die Farbe auf mechanischem Wege aufzutragen, lag ziemlich nahe und ist auch verschiedentlich, jedoch nie in ganz befriedigender Weise, bei der Handpresse zur Ausführung gebracht. Die ersten Versuche geschahen 1820 durch Thomas Parkin. Sein Apparat nahm jedoch einen sehr grossen Platz ein und die Drucker leisteten gegen denselben passiven Widerstand, damit nicht der eine der bisher nötigen zwei Drucker ausser Brot kam.

In Amerika erfand 1833 Fairlamb in Boston, der sich mit einem erfahrenen Buchdrucker und Mechaniker Namens Gilpin vereinigte, einen solchen Apparat, von welchem viele hunderte gebaut wurden. Das Farbewerk stand mit der Kurbel in Verbindung und die Walzen gingen zweimal über die Form weg. Nach der Verbreitung der Schnellpresse verlor jedoch diese Erfindung fast ihren ganzen Wert, da Auflagen, wo Schnelligkeit notwendig war, nicht mehr auf der Handpresse gedruckt wurden.

Bramahs Glätte- und Prägpresse.