Sam. Bagster & Sons liefern namentlich polyglotte Werke, Gilbert & Rivington orientalische. In letzterer Richtung hat jedoch Deutschland ein Übergewicht und viele orientalische Werke werden für englische Rechnung in Deutschland gedruckt.

Von den grossen Verlagsfirmen haben besonders Longman, Green & Co. und John Murray Weltruf erlangt.

Th. Longman * 1699, † 10. Juni 1755.

Der Begründer ersterer Firma Thomas Longman erwarb 1724 den Verlag von Will. Taylor und damit zugleich zwei Häuser: „Der schwarze Schwan“ und „Das Schiff“ in Paternoster-Row. Er ward Mitbesitzer von Ephraim Chambers Cyclopaedia, das Vorbild der vielen in und ausserhalb Englands erscheinenden Encyklopädien, ausserdem auch von Johnsons Dictionary of the English Language. Th. Norton Longman * 1771, † 28. Aug. 1824.Noch folgten in drei Generationen Thomas Longmans, von welchen Thomas Norton Longman der bedeutendste war. Welche Grösse das Geschäft erreicht hatte, sieht man daraus, dass der Genannte ein Vermögen von 200000 £ Sterl. hinterliess, ein Teilhaber Green ebensoviel, während ein dritter Teilhaber Brown 100000 £ Sterl. in Legaten aussetzen konnte.

Obwohl Longmans Verlag ein universeller ist und auch die Namen der berühmtesten Dichter Englands (den Verlag von Byrons Schriften hatten sie abgelehnt) ihren Katalog schmücken, so haben sie doch namentlich ihren vielen encyklopädischen Verlags-Artikeln, und vor allem Macaulays Geschichte ihren Ruhm und ihre Stellung zu verdanken. Von der ersten Auflage des III. und IV. Teils des letztern Werkes waren 25000 Exemplare gedruckt. Diese waren jedoch bereits am Tage der Veröffentlichung, 17. Dezember 1855, verkauft und 11000 Bestellungen mussten unexpediert bleiben. Von den amerikanischen Ausgaben soll ein Buchhändler in zehn Tagen 73000 Bände verkauft haben. Innerhalb vier Wochen sollen überhaupt mehr als 180000 Exemplare verbreitet worden sein.

John McMurray * 1745, † 6. Nov. 1793.

John Murray II. * 1778, † 27. Juni 1843.

John McMurray gründete 1768 ein Geschäft und erzielte damit gute Erfolge. Sein Sohn John Murray ist namentlich als Verleger und Freund Byrons (1807–1823) bekannt und wurde bei seinem Tode wieder von einem Sohn John gefolgt. Grosse Verbreitung fand die billige Home and Colonial Library und die vielen bedeutenden illustrierten Reise- und naturwissenschaftlichen Werke. Murrays rote Reisebücher sind jedem bekannt, und wir können uns kaum einen reisenden Engländer ohne ein solches in der Hand oder unterm Arm denken.

H. Colburn † 16. Aug. 1855.

Unter den Verlegern der schönen Litteratur in Prosa sind Colburn und Bentley die bekanntesten. Henry Colburn verlegte eine Unzahl von Romanen, von James allein 225 Bände, einer wie der andere in drei, in Leinwand gebundenen, Bänden, jeder ziemlich genau 300 Seiten stark und einer wie der andere zum Preise von anderthalb Guineen (31 Mark 50 Pf.). Im Jahre 1819 gründete er Colburns Monthly; 1817 ward die Literary Gazette begonnen. 1832 R. Bentley † 1871.verkaufte er sein Geschäft an Richard Bentley, der früher sein hauptsächlichster Buchdrucker und kurze Zeit sein Associé gewesen war. Colburn verpflichtete sich, unter bedeutender Konventionalstrafe, kein Geschäft innerhalb 20 englischer Meilen Entfernung von London zu eröffnen. Der „Verlagsteufel“ liess ihn jedoch nicht auf seinen Lorbeern ruhen. Erst etablierte er sich in Windsor, dann zahlte er die Konventionalstrafe und zog wieder nach London. Bentley gründete 1837 Bentleys Miscellany, dessen erster Herausgeber Charles Dickens war.