Als Verleger von Shillings-Ausgaben erwarben Routledge & Sons einen Ruf. Die Verbreitung solcher Ausgaben war eine so grosse, dass die Verleger an Bulwer für die Erlaubnis, billige Ausgaben seiner Werke während zehn Jahren drucken zu dürfen, 200000 Mark Honorar zahlten und dabei einen sehr guten Erfolg für sich erzielten.
Der Bibeldruck.
Eine wesentliche Bedeutung für das Druckgewerbe hat der Bibel- und Gebetbuchdruck, der, was die autorisierten Ausgaben betrifft, noch ein Privilegium der Universitätspressen von Oxford und Cambridge ist. Eine grosse Bewegung rief die neue autorisierte Ausgabe der heiligen Schrift hervor, welche viele Jahre hindurch mit grossem Aufwand theologischer Arbeit vorbereitet war und am 17. Mai 1881 in sechs Ausgaben dem Publikum übergeben wurde. In Oxford allein wurden sofort zwei Millionen Exemplare bestellt, Amerika verlangte 300000, druckte jedoch, unter den enormsten Anstrengungen der Konkurrenten, sich gegenseitig den Vorsprung abzugewinnen, die Ausgabe nach. Ein typographisches Kunststück ist eine Oxforder Miniatur-Ausgabe für Lehrer, die mit dem Einbande nur 90 Gramm wiegt und auf 1416 Seiten 2430400 Buchstaben enthält.
Eine grosse Wirksamkeit zeigte The British and Foreign Bible Society, welche mit dem Jahre 1804 unter den Auspicien des Herrn Granville Sharpe begann. Bis 1881 hatte die Gesellschaft mit einem Aufwande von etwa 175 Millionen Mark nicht weniger als 93953000 Exemplare der heiligen Schrift gedruckt. 1881 wurden allein 2938000 Exemplare verbreitet. The Religious Tract Society verwendete in einem Jahre 2½ Millionen Mark auf Bücherdruck.
N. Trübner * 1817.
Unter den Verlegern in der theologischen und philologischen Richtung ist die Firma Rivington hervorragend. Der Stammvater dieser ältesten der noch bestehenden Verlagsfirmen Englands, Charles Rivington, gründete 1711 sein Geschäft in der Paternoster-Row in der „Bibel und Krone“, welche Insignia noch heute die Rivingtonschen Verlagswerke schmücken. Bedeutenden Ruf haben ferner die beiden, mit der Oxforder resp. Cambridger Universitätsbuchdruckerei eng verbundenen Familien Parker, dann James Nisbet. Ganz hervorragende Verdienste um die linguistische Litteratur erwarb sieh ein Deutscher, Nikolaus Trübner aus Heidelberg. Durch Zufall mit Longman bekannt geworden, ging er 1843 als Commis in das Longmansche Geschäft nach London. 1852 etablierte er dort ein eigenes Geschäft mit der Absicht, in der Weltstadt einen bisher fehlenden Zentralpunkt für die litterarischen Erzeugnisse Amerikas und Asiens zu schaffen. Er gab einen vortrefflichen Bibliographical Guide to American Literature 1817–1857 heraus und gründete, um seine Zwecke zu fördern, das Monatsblatt Trübners American and Oriental Literary Record und eine Anzahl von Agenturen in den fernsten Weltteilen. Durch das Heranziehen der bisher schwer zugänglichen Länder mit ihren litterarischen Produkten hat Trübner sich nicht allein um die Wissenschaft hochverdient gemacht, sondern auch sowohl direkt durch seinen grossen linguistischen Verlag, als noch mehr indirekt durch die Belebung dieses Verlagszweiges dem graphischen Gewerbe Vorschub geleistet.
Steht auch das Antiquariatsgeschäft den eigentlichen Zweigen des Buchgewerbes, die uns hier beschäftigen, etwas ferner, so hat dasselbe doch in England eine solche Weltbedeutung gewonnen und wirkt auch durch Verbreitung der Liebe zu Büchern auf das ganze Pressgewerbe vielfach so belebend ein, dass es am Platze sein dürfte, wenigstens die zwei hervorragendsten Vertreter des Antiquariats zu erwähnen, was um so lieber geschieht, als der eine, jetzt noch wirkende ebenfalls, wie Trübner, ein Deutscher ist.
H. G. Bohn * 4. Jan. 1796.
Der Bahnbrecher für den grossartigen Betrieb des Antiquariats war Henry George Bohn aus Richmond. Sein 1841 erschienener Guinea-Catalogue war die imposanteste Ankündigung eines Bücherlagers, welche man bis dahin kannte. Derselbe hatte einen Umfang von 1448 Seiten und verursachte einen Kostenaufwand von 40000 Mark. Bohn wirkte auch als Schriftsteller und Verleger; seine nach damaligen englischen Vorstellungen ausserordentlich billigen Standard Volumes zu 5 sh. 6 d. waren allgemein beliebt.