Auch Georg Palmer Putnam erwarb sich einen bedeutenden Namen als Journal-Herausgeber. 1840 gründete er die Firma Wiley & Putnam. In London legte er eine Filiale an, weilte dort sieben Jahre und gab von 1843 ab The American Bookseller heraus. Putnam war der erste, der regelmässig Bücher nach England exportierte und umgekehrt von dort importierte. Nach seiner Rückkehr nach New-York wurde 1852 Putnams Magazine gegründet, welches damals in Nordamerika einzig in seiner Art dastand.

The Daily Graphic.

Amerika hat auch zu einer täglich erscheinenden illustrierten Zeitung den ersten Anlauf genommen. Seit 1873 erscheint in New-York The Daily Graphic; jede Nummer mit etwa zwanzig grösseren oder kleineren Illustrationen. Bei einem äusserst mässigen Preis sind Druck und Papier sehr gut. Da jedoch die Bilder — Hochätzungen von verschiedenem Wert — in der Mehrzahl den unterhaltenden Teil illustrieren, also im voraus fertiggestellt werden können, so ist das Problem einer wirklichen illustrierten Tageszeitung noch nicht als voll gelöst zu betrachten.

Die Summe, welche die Inserierenden an die Zeitungs-Herausgeber zu zahlen haben, wird auf 120 Millionen Mark geschätzt. Von The Sun wurde neulich eine der 350 Aktien „billig“ für 18000 Mark verkauft, das gäbe nahe an sechs und eine halbe Million Mark. Der Redakteur A. Dana bezieht als Salair und Tantième jährlich etwa 300000 Mark. Hiernach kann man sich eine Vorstellung machen von dem enormen pekuniären Wert der amerikanischen Zeitungen.


Xylographie.

Alex. Anderson * 21. April 1775, † 17. Jan. 1870.

Der Schöpfer der amerikanischen Holzschneidekunst war Alexander Anderson. Bereits als Schulknabe schnitt er mit einem Handmesser kleine Vignetten in Schriftmetall und verkaufte sie an Zeitungs-Herausgeber. Später wählte er die Medizin als Brotstudium; jedoch die Liebe zur Kunst behielt die Oberhand bei ihm, und als er erfuhr, dass Bewick in London in Buchsbaum schnitt, hing er die Medizin an den Nagel und wurde der erste Holzschneider in Amerika. Seine letzte Arbeit in Metall war „das Abendmahl“ nach Holbein für eine Bibel in Quart. Bis in sein 94. Jahr arbeitete er unverdrossen. Während Amerika 1840 nur etwa 40 Xylographen hatte, betrug die Zahl bei Andersons Tod bereits über 400.

J. Adams.

Um den Druck der Holzschnitte, zugleich um diese selbst und die galvanische Vervielfältigung derselben hat J. Adams wesentliche Verdienste. Nach vielen vergeblichen Versuchen gelang es ihm, mit Harpers ein Übereinkommen betreffs des Verlages und Druckes einer illustrierten Bibel abzuschliessen, wobei er die Bedingung gestellt hatte, dass der Druck vollständig nach seiner Angabe geschehe. Mit unermüdlicher Sorgfalt wendete er das noch nicht bekannte Verfahren des Unterlegens an und nach vierzehntägiger Arbeit an der Adamsschen Tiegeldruckpresse, während deren er vieles von den über ihn spottenden Druckern und der Bedenklichkeit der Verleger zu leiden hatte, leistete er zum Staunen der ersteren und zur Genugthuung der letzteren mit dem ersten Bogen einen Druck, wie man ihn noch nicht kannte. Das Publikum lohnte der Verleger Opferwilligkeit durch Abnahme von 50000 Exemplaren.