Und als der Sand dann die wunderliche Mannstreupflanze präsentierte, die wie ein ganzer kleiner Strauch dastand, steif wie eine Distel, blaugrau von oben bis unten mit hellblauen Blüten — da war nicht ein Baum im Garten, der nicht lachte, daß die Blätter zitterten.
„Soll das eine Blume sein?“ fragte die Erde.
Es half nicht einmal, als die Knospen der Strandrose aufsprangen, so klein und niedlich sie auch war mit ihren feinen Blüten. Sie wie auch unsrer lieben Frau Bettstroh wurden als erbärmliche, garstige Geschöpfe verworfen. Und während sie sich nach Kräften abmühten, um schön auszusehen, prangte der Garten so im Schmucke herrlicher Blumen, daß alle Bienen und Schmetterlinge, die in die Nähe kamen, ohne weiteres zu diesen Gartenblüten flogen und die armseligen Sandblumen sich selbst überließen.
„Laßt sie fliegen, laßt sie fahren!“ sagte der Sand. „Ich habe meine Tiere, und die sind gut.“
„So — —?“ erwiderte die Erde. „Darf man, ohne indiskret zu sein, nach dem Namen fragen?“
„Mit Vergnügen. Wenn wir auch arm sind, so sind wir doch ehrlich und haben den Mut, uns zu unseren Ansichten und Namen zu bekennen. Da ist zum Beispiel — —“
„Entschuldige, wenn ich dich unterbreche,“ sagte die Erde. „Aber vergiß nicht den toten Goldbutt, den ich da unten sehe.“
„Ich werde an ihn denken,“ entgegnete der Sand, „und ich kann recht gut mit ihm anfangen, wenn es dir Spaß macht. Er gehört ja nicht mir an, sondern dem Meere. Aber darunter liegen hundert Fliegenlarven, die ihr Morgen-, Mittags- und Abendfutter von ihm bekommen und gut dabei gedeihen.“
„Das ist ja eine sehr hübsche Geschichte,“ sagte die Erde, „ich glaube bloß nicht, daß sie wahr ist.“
„Lieber Wind,“ rief der Sand, „sei so freundlich, den Goldbutt da unten einen Augenblick umzudrehen.“