„Ich bin, wie ich bin!“ erwiderte der Sand. „Ich liege still und fege umher, ganz wie es mir gefällt. Ich bin Herr über mein Gebiet wie du über deinen kleinen Fleck. Soweit du sehen kannst, herrsche ich längs des Meeres. Die Wellen spülen mich herauf, und die Wellen nehmen mich wieder. Der Wind trägt mich, und der Wind läßt mich fahren. Ich bin naß und bin trocken, wie es kommt.“

„Du solltest werden wie ich,“ sagte die Erde. „Schwer und fett und ruhig. Dann würden die Pflanzen in dir wurzeln, und du würdest reich werden.“

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Es war Mai, und es war wunderschön in den Dünen. Vom Strande aus war nichts anderes zu sehen als Sandhaargras und dann das Häuschen des alten Mannes mit dem Garten; die bunten Krokus standen in Blüte, und alle Bäume und Sträucher trugen dicke Knospen. Aber auf der Seite der Dünen, die gegen den Wind geschützt war, glänzte und leuchtete es so von Stiefmütterchen, daß selbst die schwarze Erde ordentlich neidisch wurde.

„Ei,“ sagte sie, „ich glaube wirklich, du willst mir nachäffen. Die Blumen hast du wohl gestohlen? Wie in aller Welt sollte deinem dürren Schoße all die Pracht entsprießen?“

„Ja... da siehst du es!“ rief der Sand stolz. „So sehe ich aus, wenn ich blühe.“

„Recht nett,“ meinte die Erde. „Aber das ist ja nicht echt. Bevor der Monat um ist, ist der dünne Staat längst abgeblüht.“

Und so kam es auch. Die Stiefmütterchen waren bald wieder weg, und der Sand war von neuem betrübt. Er hatte ja freilich seine Weidenbüsche und das Sandhaargras und das Sandrohr, das seine Ähren trug, so gut es konnte, und das wirklich ein Halbvetter des gelben Getreides war. Aber das Erdreich lachte bloß über sie alle und sagte, sie wären nicht des Anschauens wert und täten für keinen Pfifferling Nutzen hier in der Welt.

„Was für häßliche Blätter sie haben!“ spottete die Erde. „Wie garstig blaugrau und steif die sind! Kann man den Leuten so etwas bieten?“