„Was ficht dich das an?“ sagte das Mannstreu und hob seine steifen hellblauen Blüten. „Wir freuen uns des Lebens und wünschen uns kein besseres Los.“
„Laß die Erde nur reden!“ sagte die Möwe und flog auf ihren langen Flügeln daher. „Der Strand ist schön, und das Meer ist groß, und in den grünen Wäldern ist es drückend schwül.“
„Verlaß dich auf mich, verlaß dich auf mich!“ flüsterte das Sandhaargras. „Ich gehöre dir und niemand anderem.“
„Ich liebe dich, du gelber Sand,“ sagte das Sandrohr und nickte mit seiner Spitze. „Ich würde sterben, wenn ich nicht in dir wohnen könnte.“
Und der Wind fächelte, die Wogen erbrausten, und der Sand tröstete sich, so gut er konnte. Aber die Erde lag fett und eingebildet in dem kleinen Garten und wußte recht gut, daß die anderen sich im stillen doch ärgerten.
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Es war Hochsommer und entsetzlich warm. Der alte Mann hatte seinen Brunnen geleert, um seinen geliebten Garten zu wässern. Müde und bekümmert saß er mit gebeugtem Rücken auf der Bank und sah, wie die Blumen ihre Blätter hängen ließen und wie bestaubt und durstig die Bäume waren.
„Ich kann nicht mehr tun, als ich tue,“ seufzte er. „Wir müssen auf den Regen hoffen. Kommt der nicht, bevor die Woche um ist, dann sterben wir alle.“
„Wie geht es?“ fragte der Sand. „Wie wunderschön warm es ist! Das ist das richtige für mich und die Meinen.“