„Das ist alles recht gut und schön,“ sagte der Sand, „aber wo bleibt das Fürchterliche, das Erschütternde?“

„Was hältst du zum Beispiel vom Kuckuck?“ fragte die Erde. „Kennst du den?“

„Nein,“ war die Antwort.

„Natürlich — woher solltest du ihn auch kennen! Das ist ein überaus vornehmer und verwöhnter Vogel, der jährlich nur ganz kurze Zeit hier im Lande wohnt... nur die schönsten Sommermonate über. So vornehm ist er, daß er selbst gar kein Nest baut, sondern seine Eier in die Nester anderer Vögel legt. Und die fremden Vögel brüten die Eier aus, in dem Glauben, es wären ihre eigenen. Der junge Kuckuck stößt die anderen Jungen dann zum Neste hinaus und frißt und frißt, und die Pflegeeltern sterben manchmal schließlich vor Hunger und Kummer.... Ach, das ist eine grauenhafte Geschichte, die einen in einer Sommernacht wach halten kann. Und der Kuckuck ist mein, verstehst du, und das alles sind meine Vögel und meine grünen Wälder...“

„Ja, die Geschichte ist wirklich schrecklich. Gott sei Dank, daß ich keinen Anteil daran habe!“

„Aus dir spricht der bloße Neid. Du bist alles andere als interessant. Das weißt du, und das quält dich.“

Der Sand stob und wehte, als bekäme er es bezahlt; denn er fühlte, daß die Erde recht hatte, und das ärgerte ihn.

„Ist denn von euch niemand interessant?“ fragte er mürrisch und sah sich zwischen den Seinen um. „Ist von euch wirklich niemand interessant?“

„Darf ich...“ begann das Sandrohr.