„Man hat so viel zu tun,“ sagte sie. „Das Ei hier in dem Loch ist mein jüngstes. Meine anderen Jungen sind schon ausgeschlüpft, darum gehen sie vor.“

„Du arbeitest dich ja ganz ab,“ sagte das Sandhaargras.

„Oh, man bringt eine ganze Menge zustande, wenn man muß. Wenn man nur die Beute erwischen kann. Aber hier hat man ja nicht viel Auswahl.“

„Ja, hier ist es grauenhaft ärmlich,“ zeterte die Erde.

„Ich will ja nicht klagen,“ sagte die Grabwespe. „Ich brauche etwa hundert Stück während dieser Zeit: Fliegen, Spinnen und Larven, wie es kommt; und die finde ich auch. Wenn nur niemand meine Nester ausfindig macht und den Kindern das Futter wegnimmt.“

„Wer sollte das tun?“ fragte das Sandhaargras. „Hast du viele Feinde?“

„Feinde haben ja alle ordentlichen Leute. Da ist zum Beispiel die Goldwespe, die faule Person. Die mag nicht selber Futter einsammeln und legt ihre Eier in meine Nester. Aber vor der habe ich in dieser Gegend allerdings weniger Angst. Die wird meiner Familie in den fruchtbaren Gegenden gefährlich. Aber dann ist da eine Fliege, die sich ebenso schändlich benimmt. Doch ich denke, ich habe das Nest so gut versteckt, daß sie es nicht findet.“

„Aha... das ist ja eine Art Kuckuck!“ warf die Erde ein.

„Das weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß es ein garstiges Geschöpf ist. Und wenn ich sie erwischen könnte, würde ich ihr schleunigst den Garaus machen.“

Dann grub die Grabwespe sich mit der Larve hinab, kam wieder herauf und flog davon. Bald darauf ließ sich die Fliege sehen, kletterte gleichfalls hinab und kehrte vergnügt an die Oberfläche zurück.