Sie blickten mit ihren großen Augen durch das klare Wasser hin, soweit sie sehen konnten. Da glitten Dorsche vorüber und andere seltsame Tiere, vor denen sie große Angst hatten. Sie wußten nicht, wohin sie sich wenden sollten, und blieben dicht beisammen, genau so wie früher, als sie noch im Ei gelegen hatten.
„Ich glaube, das Leben ist nicht so leicht für einen kleinen Hering,“ sagte der eine.
„Wir müssen zusammenhalten,“ erwiderte der andere. „Wir sind ja Geschwister und wollen einander nie verlassen.“
„Es ist doch möglich, daß wir getrennt werden,“ sagte Nummer 1. „Ich finde, hier ist ein entsetzlicher Wellenschlag.“
„Mag sein,“ entgegnete Nummer 2. „Aber wir könnten uns doch wohl irgendwo in der Welt treffen.“
„Meinst du, daß wir uns erkennen würden? Alle Heringe der Welt gleichen einander. Das sagte mir meine Mutter, als sie mich legte.“
„Richtig, das sagte sie. Ach, erinnerst du dich an all das, was Mutter sagte? Sie erzählte von ihren langen Reisen und allen den Ängsten und Gefahren, die sie hat durchmachen müssen. Sie erzählte von den häßlichen Möwen und Haien und Walen und allen den anderen Tieren, die Jagd auf sie gemacht hatten und auch ihren Kindern nachstellen würden. Und von den Menschen, die den Heringen aufpaßten und sie in Netzen einfingen.“
„Ja, aber erst, wenn wir groß geworden sind,“ sagte Nummer 1.
„Entsinnst du dich nicht auch, was sie von allen den Tieren erzählte, die uns fressen würden, solange wir klein wären? Ich habe selber gesehen, daß das richtig war, was sie berichtete. Ich sah, wie viele, viele von unsern Schwestern gefressen wurden, sobald sie aus dem Ei kamen.“
„Ja, viele sind gefressen worden, während sie noch im Ei lagen,“ sagte Nummer 1.