„Wir wollen zusammenhalten,“ ermahnte Nummer 2. „Wenn unser nur mehr wären. Das Meer ist zu groß für zwei kleine Heringe wie wir.“

„Wir wollen uns ruhig hinauswagen, dann werden wir schon Gesellschaft finden,“ schlug Nummer 1 vor.

Da schwammen sie ins Meer hinaus, so gut sie es verstanden. Und so klein und schwach waren sie, daß sie, als sie sich kaum eine Meile vom Lande entfernt hatten, bereits glaubten, mitten im großen Weltmeer zu sein. Sie trafen andere Heringe und schlossen sich ihnen an.

Während sie so dahinschwammen und fraßen, was sie erwischen konnten, wuchsen alle die kleinen Geschöpfe und sahen immer mehr und mehr wie richtige Heringe aus. Ein Maul hatten sie schon nach ein paar Tagen bekommen, nachdem sie aus dem Ei geschlüpft waren. Sie waren auch nicht mehr durchsichtig und hatten jetzt Flossen und ganz kleine silbern glänzende Schuppen.

Doch die beiden, die im Ei zusammen auf demselben Stein gesessen hatten, blieben die ganze Zeit über nahe beisammen.

„Laßt uns hinaufschwimmen,“ sagte Nummer 1. „Ich möchte an die Oberfläche des Wassers, da sieht es so herrlich hell aus.“

Nun schwammen sie alle hinauf, kehrten aber schleunigst um, so sehr stach ihnen das Licht in die Augen; und von diesem Tage an gingen sie nie wieder an die Oberfläche, außer in dunkeln Nächten.

„Wohin schwimmen wir eigentlich?“ fragte Nummer 2.

„Ich folge der Wolke, die ich vor mir im Wasser sehe,“ erwiderte Nummer 1. „Das ist eine Nahrungswolke, wie du wohl merkst. Und ich mache mir nur etwas aus dem Fressen, bis ich recht groß und stark und dick bin.“