Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein,
Lämmerbraten kriegst du nicht, Brüderlein!“
Als aber die Studenten den Hügel hinabgestiegen und so weit weg waren, daß man ihren Gesang nicht mehr hören und nichts als eine Staubwolke von ihnen sehen konnte — da scholl ihnen ein unbändiges Gelächter nach.
Es erklang von der Hecke und dem Graben bis übers Feld hin. Die wilde Rose lachte, daß sie einen Haufen Blätter verlor. Die Butterblume grinste übers ganze Gesicht, der Löwenzahn machte es ebenso, und die Glockenblume bebte vor Lachen so, daß alle ihre Glocken läuteten. Die vielen tausend Roggenhalme auf dem Felde schüttelten vor Heiterkeit die Ähren, und eine junge Kornrade, die noch in der Knospe stand, gluckste dermaßen vor Lachen, daß sie ihre Hülle sprengte und einen Tag zu früh aufblühte.
„Ist es nicht unbegreiflich, wie die Leute so dumm sein können?“ sagte die Rose, nachdem sie so lange gelacht hatte, bis sie nicht mehr konnte. „Da ziehn nun die drei Studenten hin und singen und schreien und glauben felsenfest, daß wir hier um ihretwillen stehen und uns putzen. Und dabei sind die Studenten noch die klügsten von allen Menschen.“
„Ja, dann muß es um die andern allerdings schlimm bestellt sein,“ meinte der Löwenzahn.
„Ich kann wirklich in der Morgenstunde nicht so viel vertragen,“ begann die Rose von neuem. „Lache ich noch einmal so stark, dann fallen alle meine Blätter ab. Und das geht nicht, denn heute ist das Wetter danach, Geschäfte zu machen.“
„Ja, ich bin bereit,“ sagte die Glockenblume und läutete mit ihren Glöckchen „Honig hab’ ich genug, und meine Staubgefäße springen auf, sobald ein Fliegenbein daran rührt.“
„Seht, wie ich all meine kleinen Blüten zusammengestellt habe!“ sagte der Löwenzahn vergnügt. „Hat einer von euch jemals einen so niedlichen Blumenkorb gesehen?“
„Den Kniff kennen wir,“ rief die wilde Möhre, die an der Hecke neben der Rose stand, in stolzer Haltung... „Ich mach’s ebenso... Wollt ihr einen Schirm sehen, der wert ist, daß man ihn anschaut? Ließe ich meine Blüten einzeln sitzen, so könnten sie lange warten, bis man sie entdeckte. Aber nun, denke ich, geht es. Ich bin auch auf den Einfall gekommen, mitten in meinem weißen Schirm eine rote Blüte anzubringen. Sie ist ganz unfruchtbar und nichts wert, es ist die reine Reklame. Die Tiere kommen und betrachten sich die Sache. Ja, man muß sehn, wo man bleibt, bei dieser gefährlichen Konkurrenz!“