„Ich bin nicht für so einen offenen Laden,“ sagte das gelbe Leinkraut, das seine Blütenkrone dicht geschlossen hielt. „Ich lege keinen Wert darauf, daß Fliegen und dergleichen kleines Getier von der Straße in mich hineinrennen. Mein Honig ist nur für eine ordentliche Hummel feil, die die Kräfte hat, mich zu öffnen.“
„Zum Kuckuck mit all euren Kniffen!“ sagte die wilde Rose an der Hecke. „Ich habe so etwas Gott sei Dank nicht nötig. Ich habe ein altes, reelles Geschäft, das für jede anständige Person offen steht. Und meine Blüten sind so groß und schön, daß die Biene, die sie nicht sehen kann, auf allen ihren sechstausend Augen blind sein muß. Ich hab’ nicht einmal Honig abzugeben.“
„Wie?“ rief der Löwenzahn.
„Was sagst du?“ fiel die Kornrade ein.
„Ist es möglich?“ schrien die Nelke, das Labkraut und die Kamille.
Und das Leinkraut gähnte ein klein wenig vor Verwunderung und fragte:
„Was hast du denn den Bienen zu bieten?“
„Ich hab’ meinen Blütenstaub,“ erwiderte die Rose. „Den brauchen sie als Bienenbrot. Du weißt: für ihre Kinder. Und ich habe so reichlich davon, daß es nichts ausmacht, ob ein ganz Teil in die Binsen geht.“
Die Sonne am Himmel stieg und trocknete den Tau weg.