„Ich heiße Nachtviole, und meine Blüte ist braun, klein und häßlich.“
„Dann bist du nicht gefährlich für mich,“ meinte die Lichtnelke.
„Nu—uun, ich komme schon durch! Vor einem Weilchen flog ein großer Dämmerungsfalter geradeswegs in meinen Schoß. Ich hatte ihn mit meinem Duft angelockt, verstehst du... dem süßesten Duft der Nacht! So süß ist er, daß die Menschen mich aus dem Süden, wo meine Heimat ist, in ihre Gärten nach dem Norden verpflanzt haben. Ich hab’ mich aus dem Garten des Müllers hierher verirrt, und nun bleibe ich hier bei dir!“
Die Lichtnelke wollte antworten, aber die Nachtviole stimmte ein Lied an:
„Nachtfalter, der du im Tanz
schwebst durch die kühle Luft,
kannst du mich finden?
Mir fehlet der Lichtnelke Glanz.
Aber mein köstlicher Duft