Die vier Fürsten.

Prolog.

Seht, nun ist die Erde weiß und grün, je nachdem der Winter gebietet oder der Lenz. Die Drossel flötet im Hain und der Kanarienvogel in seinem Käfig, der Rauch steigt vom Dach des Hauses auf, und die Kirchenglocke läutet das Ave ein. Der Einsiedler geht nachdenklich über die Wiese, und der Dichter macht Verse.

Aber einst war das anders. Wenn einstmals jemand auf der Erde einen Spaziergang unternahm, so kam nirgendwo ein Hund aus den Häusern, um ihn anzubellen. Denn auf der ganzen Erde gab es keinen einzigen Hund und kein einziges Haus.

Er hätte keinen Baum, keine Blume und keinen Grashalm angetroffen. Er hätte keinen Tropfen Wasser gefunden, um seinen Durst zu löschen.

Denn es war niemand auf der Erde — niemand und nichts. Wäre einer dagewesen, der einen Spaziergang hätte machen wollen, so hätte er das einfach gar nicht gekonnt. Denn die Erde war nichts als Dunst und Nebel, darum wäre er durch sie hindurchgeplumpst und in den Weltraum hinausgetanzt, wo die Sterne schwimmen.

Und das hätte ihm ja nicht gerade besonderes Vergnügen bereitet. Denn wenn er nicht rund gewesen wäre und schön geleuchtet hätte, würde er unter den Sternen eine recht üble Figur gemacht haben.

So war es.

Aber die Erde konnte wohl begreifen, daß es unmöglich so bleiben konnte. Es hatte keinen Sinn, daß nur Rauch bei der Sache herauskam. Darum nahm sie sich zusammen und tat ihr möglichstes. Aber sie mußte entsetzlich viel durchmachen, und es wurde eine strenge Zeit für sie, die sie nie vergessen kann, und deren Spuren sie noch heute trägt.

Durch Feuer und Wasser mußte sie hindurch.