„Es ist aus, Kameraden!“ sagte der erste. „Die gute Zeit ist vorüber, der Student muß zu den dicken, greulichen Büchern zurück, muß ochsen vom Morgen bis zum Abend. Die Blumen wissen’s und trauern mit uns. Seht euch um... all das ist weg, worüber wir uns so freuten, als wir das letztemal hier standen! Der Roggen ist vom Felde verschwunden, die Rose von der Hecke und der Wein aus der Flasche. Die Blumen sind verwelkt, der Sommer ist zu Ende! Habt Dank, ihr wilden Blumen, weil ihr’s dem Studenten erleichtert, die Nase wieder in die Bücher zu stecken. Ständest du noch duftend an der Hecke, du wilde Rose, so wäre es uns ja ganz unmöglich, in die dumpfe Stadt zurückzukehren. Habt alle Dank, weil ihr für den Studenten geblüht habt und für ihn verwelkt seid!... Vorwärts, Marsch!“
Und die Studenten ergriffen ihre Stöcke und zogen weiter. Aus der Ferne noch erscholl ihr Gesang herüber:
„Grüne Erbsen, grüne Erbsen,
grüne Erbsen und Lämmerbraten!
Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein —,
Lämmerbraten kriegst du nicht, Brüderlein!“
Die wilden Blumen lachten vergnügt hinter den Abziehenden her. Aber so laut wie das vorigemal war das Gelächter nicht. Denn alle hatten ja den Kopf voll von Samen, und sie mußten gut acht geben, daß die nicht zu früh abfielen.
„Sie sind unglaublich komisch!“’ sagte die wilde Rose. „Als wir blühten, da war’s um ihretwillen ... und jetzt verwelken wir auch um ihretwillen. Der Wald ist natürlich nur dazu da, damit sie Schatten finden und Brennholz und Spazierstöcke bekommen! Die Quelle rieselt, damit sie etwas zu trinken haben, und die Sonne scheint, damit ihre Verlobungsringe blitzen. Gott behüte, was für eingebildete Tröpfe doch die Menschen sind!“