*

Es wurde Herbst, und an der Hecke, wo die wilde Rose stand, sah es ganz anders aus als früher.

Es waren fast keine Blumen mehr da. Das heißt, sie waren da, aber sie blühten nicht mehr. Statt der gelben, roten, blauen und weißen Blumenblätter trugen sie jetzt graue und braune Früchte. Darin lagen die Samen und warteten auf die Zeit, da sie ganz reif sein und in die Welt hinaus wandern würden.

Es gab auch keine Schmetterlinge mehr, keine Bienen und Hummeln und nur sehr wenige Fliegen; diejenigen, die noch vorhanden waren, hatten matte Beine und Flügel. Der Roggen auf dem Felde war gemäht und in die Scheune eingebracht — die ganze Million Roggenhalme war verschwunden. Der Bauer war damit beschäftigt, das Stoppelfeld umzupflügen, und seinem Pfluge folgten schwarze Saatkrähen und weiße Möwen, die schrien und mit den Flügeln um sich schlugen, während sie die Larven aus der Erde hervorzupften.

Da kamen eines Tages die drei Studenten wieder des Weges, aber diesmal in umgekehrter Richtung, denn die Ferien waren vorbei, und es ging wieder an die Arbeit.

Oben auf dem Hügel, wo die wilde Rose stand, machten sie halt wie das letztemal. Sie bohrten die Stöcke in die Erde, hängten aber die Mützen nicht daran, denn es war windig und kalt. Sie nahmen auch keinen Schluck aus ihren Feldflaschen, denn sie waren leer.

Aber der, der damals die Rede gehalten hatte, sprach wieder ein paar Worte, und dabei streckte er den Ringfinger seiner rechten Hand in die Luft und hieß die Kameraden dasselbe tun.

Und an jedem der drei Finger saß ein schöner, glatter, goldener Ring. Denn die drei Studenten hatten sich alle drei in den Ferien verlobt.