„Nun kommt die Reihe an mich,“ sagte der Sommer.

Er nahm die Rose aus dem Gürtel und warf sie auf den Berg, auf dem er saß, und sogleich schossen die herrlichsten Rosen aus dem Boden hervor. Sie nickten im Winde von den Felsenspitzen und füllten die Täler mit ihrem Duft und ihren Farben. In jedem Strauch saßen muntere Nachtigallen und sangen, und an den Stengeln der Blumen hingen schwere Tautropfen, die in der Sonne glitzerten.

„Nun?“ sagte der Sommer.

Der Winter beugte sich vor und starrte unverwandt auf die schönste der Rosen. Da gefror der Tautropfen, der unter der Blume hing. Der Vogel, der auf ihren Zweigen saß und sang, fiel steif zur Erde, und die Rose selber verwelkte.

„Nun?“ sagte der Winter.

Aber der Sommer erhob sich und sah mit seinen milden Augen den Berg des Winters an, dort, wo der Schnee am tiefsten lag. Und wohin er blickte, schmolz der Schnee, und aus der Erde brach eine große, schöne Weihnachtsrose hervor.

So konnten die beiden Fürsten zu keiner Einigung kommen.

Der Tag verstrich, es wurde Abend und Nacht. Der Mond beschien den prächtigen Schneeberg, der wie Diamanten glitzerte und glänzte. Drüben vom Berg des Sommers her erscholl der Gesang der Nachtigall, und der Duft der Rosen schwebte in den Raum hinaus.

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