Schnell aus dem Schlummer steig’,

bist doch sonst nicht so faul!“

Und alle Weidenzweige bedeckten sich mit gelben Kätzchenblüten, die vergnügt hinübergrüßten zu Krokus und Schneeglöckchen. Und der Frühling winkte dem Pfefferstrauch, und der war im Nu mit hellroten Blüten bedeckt. Aber der Frühling bog die untersten Zweige beiseite und beugte sich tiefer zur Erde vor als vorher und sang so mild wie noch nie. Und das Veilchen entfaltete seine breiten grünen Blätter, um ihm zu zeigen, daß es bereit war.

Da schwamm der Nebel über das Tal heran. Niemand konnte sehen, woher er kam, aber er war nun einmal da und blieb viele Tage lang.

Das waren seltsame, stille Tage. Überall sickerte, rieselte, brodelte, siedete es in der Erde, sonst war kein Laut zu hören. Stumm glitt der Nebel die Hügel hinan, in den Wald hinein, und hängte schwere Tropfen an alle Zweige. Und die Tropfen fielen herab vom Morgen bis zum Abend und vom Abend bis zum Morgen.

So dicht war der Nebel, daß der Fluß ganz darin verschwand, so daß man ihn nur strömen hörte. Und die Hügel verschwanden auch und der Wald, so daß man nichts als die äußersten Bäume sah, und selbst sie erschienen als Schatten auf der grauen Nebelwand.

Aber dort, wo der Nebel am dichtesten war, war der Frühling. Und je dichter der Nebel wurde, desto stärker leuchtete das grüne Gewand des Frühlings hervor. Und während das Wasser sickerte und die Tropfen tropften und der Fluß dahinströmte, sang der Frühling:

„Stille, stille rinnen

traufende Tropfen von hinnen!“

Aber oben im Gebirge lag lauernd der Winterfürst. Er sah, wie der Schnee schmolz und verschwand; er sah die Blumen kommen und konnte nichts dagegen tun. Bis hoch in die Berge hinauf schmolz der Schnee, und er dachte, es werde ganz toll werden, wenn er nicht etwas unternähme.