Im Dunkel der Nacht schlich er ins Tal hinunter, am nächsten Morgen war Eis auf den Pfützen, und der Nebel hatte sich auf der Wiese als funkelnder Reif niedergeschlagen.

Aber als der junge Frühling das sah, lachte er bloß.

„Das hilft dir doch nichts,“ sagte er. Und er hob sein junges Antlitz zum Himmel und rief:

„Sonne!“

Sofort teilten sich die Wolken, und vor der Sonne schmolzen das Eis und der Reif. Dann versteckte die Sonne sich wieder hinter den Wolken, der Nebel schwamm von neuem über den Höhen, und allerorten brodelte, sickerte, rieselte und tropfte es. Schneeglöckchen, Krokus und Weide blühten, daß es eine Lust war, und das Veilchen streckte vorsichtig seine Knospen aus dem Erdreich hervor.

„Nun ist’s gut!“ sagte der Frühling.

Kaum war ihm das Wort entfahren, so kam ein munterer Wind über die Hügel herbeigesprungen.

Der schüttelte die Tropfen von den Zweigen der Bäume, daß sie in plätscherndem Regen zur Erde fielen. Dann fächelte er in dem alten, welken Grase auf der Wiese, bewegte die Fluten in dem Flusse und zerstreute den Nebel im Handumdrehen. Darauf machte er sich daran, die feuchte Erde zu trocknen, und verjagte die Wolken über die Berge. Dort oben blieben sie hängen und verbargen das zornige Gesicht des Winters. Aber Tag um Tag glitt die Sonne an einem blanken, blauen Himmel dahin, und es wurde warm im Tale:

„Nun wächst hervor aus des Nebels Grau