Aber der Storch schritt über die Wiese hin und ließ sich zu keinem Lächeln herab. Inzwischen war der Wald ganz ergrünt, aber die Blätter waren noch klein, so daß die Sonne zu den Anemonen hinabschauen konnte. Die Maiglöckchen versandten ihren Duft für die vornehmen Nasen und der Waldmeister für die andern. Die grünen Blüten der Buche baumelten von den neuen, dünnen Zweigen herab, Kirsche und Schlehe waren weiß vom Scheitel bis zur Sohle, Baldrian, Milchstern und Läusekraut taten ihr bestes. Das Täschelkraut, das das ganze Jahr blühte, ärgerte sich darüber, daß niemand ihm Beachtung schenkte, das Knabenkraut aber sah unheimlich-geheimnisvoll drein, weil es so sonderbare Knollen in der Erde hatte.
Tief im Buchengestrüpp, wo es am grünsten und schönsten war, saß ein verliebter Zeisig und hielt um seine Herzallerliebste an, die auf einem Zweige neben ihm herumhüpfte und ganz so aussah, als verstände sie keine Silbe von dem, was er meinte.
Er flötete:
„Und willst du meine Herzliebste sein —
heisa, hopsa, gesungen!
Ich schaffe dir ein Nestchen fein
mit vier sauberen Jungen!
Wir bauen es mit Fleiß und Pein
im grünen Busch der Eichen.
Die gelbschnäbligen Kinderlein