Und der Kuckuck flog unruhig hin und her und brachte seine Eier heimlich in den Nestern der andern Vögel unter, und er weinte bitterlich, weil er sich nie ein eigenes Heim bauen konnte. Der Schnecke ging es nicht viel besser; denn sie konnte nichts anderes tun als ein Loch in die Erde zu bohren, ihre Eier da hineinzustecken und sie dem lieben Gott zu überlassen.

Die braunen Mäuslein hatten ihre Stube voll von winzigen blinden Kinderchen, die sich keine zärtlicheren und fürsorglicheren Eltern wünschen konnten. Aber die Maulwurfsmadam unten in der Erde mußte ihren eigenen Schurken von Mann auffressen, sobald sie aus dem Wochenbett aufgestanden war, damit er die unschuldigen Kleinen nicht zur Vesper verspeisen sollte. Und die Mücken-Herren tanzten ungeniert in der Abendluft, als ob sie nichts Besseres zu tun hätten, während die ihnen angetrauten Frauen jede für sich und in großer Betrübnis Eier ins Wasser legten.

Aber der braune Frosch saß auf dem Grabenrande und rang die Hände in sprachlosem Entsetzen über die seltsamen Kaulquappen-Kinder, die er in die Welt gesetzt hatte.

Und die Sonne schien, und der Regen tropfte auf diejenigen herab, die behaglich unter Dach saßen, und auf die, die alles hinnehmen mußten, wie es kam. Die Frau Maulwurf rackerte sich als ehrenhafte Witwe ab für zwei, und die Häsin säugte ihre Jungen, damit sie möglichst bald zu Kräften kämen und dem Fuchs und Adler nicht in die Hände fielen. Der Kuckuck rief seinen Kummer zwischen die Stämme des Hochwaldes aus, die Mückenmutter ließ die Eier von hinnen segeln, da sie doch nichts mehr für sie tun konnte, worauf sie sich auf dem Ohre des Hirsches niederließ und sich nach der Anstrengung an einem Tropfen Blut ergötzte.

Aber der Sommerfürst war bei ihnen allen. Er wußte um die kleinste Mücke, und er vergaß keine Blume auf der Wiese.

„Es ist alles gut!“ sagte er.

Und mit jedem Tage, der verstrich, erstrahlte sein Purpurmantel herrlicher, der goldene Gürtel um seine Lende flammte, und die rote Rose im Gürtel erglühte.

*

Auf einmal ertönte ein gräßlicher Schrei im Walde. So gellend klang es, daß es ringsum ganz still wurde und alle lauschten.

Es war eine alte knorrige Eiche, die den Schrei ausgestoßen hatte. Sie stand mitten in einer Schar junger Buchen.