„Ja, aber es hat Eile!“ sagte sie. „Bevor die Woche um ist, haben wir die Eier.“

Da suchten sie sich einen Fleck, wo sie gern wohnen wollten, und machten sich einträchtig an die Arbeit.

Aber wenn sie nach einem Reis hinhüpften, für das sie Verwendung hatten, so hüpften bereits andere Vögel in derselben Absicht hin, und wenn sie einer Feder in der Luft nachflogen, so mußten sie sich beeilen, damit kein anderer sie ihnen wegschnappte. Erwischte der Zeisig ein wunderschönes langes Pferdehaar, so war es nie zu vermeiden, daß auch am anderen Ende einer zog, und flog die Frau Zeisig auf prächtig aussehendes Moos zu, das sie gestern erspäht hatte, so konnte sie sicher sein, daß die Nachbarin es schon am Morgen geholt hatte.

Denn alle Pärchen des Waldes waren ausgezogen, um ihre Aussteuer einzusammeln.

Schließlich hatten die beiden Zeisige glücklich ihr Haus gebaut, und die andern Vögel desgleichen. Im ganzen Walde war kein Strauch so arm, daß er nicht ein Nest in seinem Schoße trug. In jedem Nest lagen Eier, und auf den Eiern saß ein braves Vogelweibchen, das mit den schwarzen Augen wachsam um sich schaute und sich ganz fürchterlich langweilte. Von Zeit zu Zeit kam ihr Mann nach Hause mit einer Fliege, einem Regenwurm oder anderm guten Kindbettessen, wie er’s versprochen hatte, und wie es seine Pflicht und Schuldigkeit war. Und am Abend saßen alle Vogelmännchen getreulich am Rande des Nestes und sangen — jedes mit seinem Schnabel, rührend und hübsch, und die Weibchen meinten, es sei herrlich zu leben.

Aber oben in den hohen Bäumen lagen die Krähenweibchen auf den Eiern, und im Gebirge brüteten die Adlerfrauen.

Allerorten rüstete man sich auf den Empfang der Kinder, aber nicht überall gab es ein so trautes Familienleben wie im Gesträuch im Walde.

Zwar hatte der Fuchs seine Höhle tief im Hügel, wo seine Jungen so ruhig lagen wie in der Truhe der Großmutter. Aber die ängstliche Häsin warf ihre Häslein in den Graben und hatte keine Ahnung davon, wo in der Welt der unnatürliche Vater seinen Abendkohl verzehrte.