Da wurde es Abend.

Die Krähen flogen von ihrem Klub in der alten, abgestorbenen Eiche nach Hause, die Vöglein im Gebüsch stimmten ihr Abendlied an, machten es aber kurz, denn sie waren müde. Die Blumen schlossen sich, und die Bienen verrammelten das Haus. Der Nachtfalter flog auf weichen grauen Flügeln dahin. Die Sterne glitzerten; immer mehr, immer größere kamen zum Vorschein.

Vorsichtig steckte der Nebel seinen Kopf heraus, spähend und lauschend. Und da es ganz still war, quoll er hervor, weiß und grau, wogend, lautlos. Bald lag er ruhig träumend da, bald tanzte er auf seine eigentümliche Art über die Wiese dahin. Er guckte in den Wald hinein, wo die Linde duftete, er glitt den Fluß hinab, der dahinrann und im Dunkel verschwand.

Aber vom Waldessaume her erscholl plötzlich ein langer, jubelnder Triller über das Tal:

„Gitte — gitte — gitte — gitte — gitte — gitte — gitt!“

Der Nebel stand still und lauschte. Der Hirsch hob den Kopf, die Vögel öffneten verschlafen die Augen und antworteten mit leisem Gepiep.

„Gitte — gitte — gitte — gitte — gitte — gitte — gitt!“

Die Nachtigall sang:

„Nun dämmert’s im Gesträuch.

Die sternenhohe Sommernacht