„Laßt uns hören, was die Blattlaus sagt,“ schlug der Buchfink vor. „Jetzt, wo die alte Ameise weg ist, kann man vielleicht die Wahrheit von ihr erfahren. — He, du... Blattlaus... was ist das für eine Geschichte mit den Ameisen und dir? Bist du die Kuh der Ameisen? Bist du allein ihretwegen auf der Welt?“

„Laß mich saugen,“ erwiderte die Blattlaus.

Da bettelten alle, die Blattlaus möchte ihnen doch den wirklichen Zusammenhang der Sache erzählen. Sie sagten ihr, sie müsse ihnen behilflich sein, denn die Ameisen müßten unbedingt wegen ihrer Eingebildetheit eine Lektion erhalten. Es gehe ganz und gar nicht an, daß solch kleines Gewürm sich auf Kosten aller andern Geschöpfe wichtig mache.

Aber soviel sie auch baten, flehten und drohten, es half alles nichts.

„Laßt mich saugen,“ war alles, was die Blattlaus sagte.

Dann wurde es Abend. Der Buchfink hatte seine letzte Weise für heute gesungen. Der Wind hatte sich gelegt, die Sonne war untergegangen, der Waldmeister stand und dachte darüber nach, daß er bald sterben müsse. Die Ameisen hatten die hundert Türchen des Hügels geschlossen, und es war ganz still im Walde.

Und selbst die Blattlaus hatte aufgehört zu saugen, weil sie nicht mehr konnte.

Und wie sie so dasaß, kam ein klarer Tropfen aus ihr hervor.

„Der ist für die Ameisen,“ sagte der Buchfink.

„Was kümmern mich die Ameisen?“ antwortete die Blattlaus.