Der Fliederstrauch nickte, und der Goldregen nickte, und der Rotdorn und der Jasmin auch. Denn sie waren alle derselben Ansicht wie die Nachtigall.

Und nun schleppte die Grabwespe noch eine ohnmächtige Marienkäferlarve herbei und steckte sie in das Loch hinein. Und so fuhr sie fort, den ganzen Nachmittag über, bis das Loch voll war.

„Jetzt flieg’ ich ein bißchen im Sonnenschein umher,“ sagte sie dann zu dem alten Pfahl. „Gleich bin ich wieder da und lege mein Ei, und dann leg’ ich mich selber hin und sterbe.“

Weg war sie, und die Sträucher flüsterten von ihr.

Doch da kam ein über die Maßen elegantes Bürschchen herbeigeflogen und setzte sich auf den alten Pfahl neben das Loch hin. Er hatte vier durchsichtige Flügel, sechs Beine und zwei Fühler, genau so wie die Grabwespe, aber sein ganzer Körper glänzte wie Gold und Silber. Der Pfahl betrachtete ihn vergnügt; er dachte, daß das nun schon der zweite vornehme Besuch an einem und demselben Tage sei, und meinte, nun seien bessere Zeiten angebrochen.

„Sie sind wohl im Sonntagsanzug?“ fragte er freundlich. „Womit kann ich Ihnen dienen?“

„Ich sehe mich nach einer Wohnung um,“ erwiderte der Fremde. „Du hast da ein nettes kleines Loch.“

„Allerdings,“ sagte der Pfahl bescheiden. „Es hat lange leer gestanden, und wenn Sie heut morgen gekommen wären, hätten Sie’s mit Vergnügen bekommen können. Aber jetzt hab’ ich es gerade vermietet, darum kann ich Ihnen leider nicht damit dienen.“

„Soso!“ erwiderte der Fremde. „Das ist ja recht ärgerlich. Wie heißt denn dein Mieter, wenn ich fragen darf?“