„Das werd’ ich tun!“ versprach die Nachtigall feierlich. „Ihr könnt euch auf mein Wort verlassen!“

Aber am Tage darauf, nachdem dieser Beschluß gefaßt worden war, entdeckte die Nachtigall plötzlich, daß es Herbst geworden sei. Keiner der Sträucher und der andern Vögel konnte es verstehen. Sie alle fanden, daß es noch der schönste Sommer sei. Aber die Nachtigall erklärte, man habe keine Insekten mehr zur Verfügung, die zu fressen sich lohnte. Noch vor dem Abend war sie mit ihren Jungen nach Süden geflogen, und die Sträucher hatten nichts anderes zu tun, als dazustehn und den Pfahl anzustarren und von dem Fürchterlichen zu schwatzen, das sich in seinem Innern vollzog.

Im nächsten Frühjahr flogen eine Menge niedlicher kleiner Goldwespen aus dem Loch hervor. Sie tummelten sich im hellen Sonnenschein und verschwanden dann in der Luft.

Der alte Pfahl stand noch eine Weile und wartete darauf, ob nicht doch auch das Junge der Grabwespe hervorkommen würde. Aber es kam nicht.

Da stürzte der Pfahl auf den kleinen Hügel hin und zerfiel in lauter morsche Stücke. Die Sträucher ließen ihre Blüten auf ihn herabrieseln, damit er ein anständiges Begräbnis bekam.

„Ein merkwürdiger alter Pfahl!“ sagten sie zueinander.

Und als die Nachtigall von ihrer Reise ins Ausland zurückkehrte und das Ende der Geschichte erfuhr, sang sie ein Liedchen auf dem Grabe des alten Pfahls.

Irgendwo im Walde.

Irgendwo im Walde lebte eine kleine Gesellschaft von guten Freunden ganz nahe beieinander.