Er starrte auf seinen schlafenden Freund; und ein Gefühl des Hasses beschlich ihn. Wenn er auf das Gold sah, erschien ihm die Welt groß, hell und reich. Und wenn er den Freund ansah, dann wurde das Leben schwer und bitter und elend.
„Wie hübsch ich bin!“ sagte das Gold. „Ich liebe es, wenn mein Glanz sich in seinen Augen widerspiegelt.“
„Du bist entsetzlich,“ sagte der Adler.
„An mich denkt niemand,“ murrte der Bleiklumpen.
Da wurde es ganz schwarz vor den Augen des Jüngern.
Er stöhnte leise, griff sich an den Kopf und zitterte. Dann sprang er auf, setzte sich aber sofort wieder. Er tastete mit den Händen auf der Erde herum und bekam den Bleiklumpen zu fassen; schaudernd ließ er ihn wieder los, ergriff ihn von neuem, hob ihn hoch empor und zerschmetterte den Kopf seines schlafenden Freundes damit.
„Seht.... seht!“ schrie der Adler.
Dann erhob sich der Mann, nahm den Goldklumpen auf die Arme und verließ das Tal auf dem Wege, den er gekommen war. Schweren Schrittes ging er dahin, hin und her schwankend wie im Rausche. Das Gold lud er auf die Schulter; und die Sterne schienen darauf, so daß es fortfuhr zu leuchten, während er es forttrug.
Neben dem Toten lag der Bleiklumpen.