Machte jedoch einer einen großen Fund und begann er dann nicht zu schlemmen und zu schwelgen, so hatte er weder Ruh noch Rast, sondern war wie ein gehetztes Tier im Walde.

Denn er kannte ja die andern Goldgräber und wußte, daß nur wenige von ihnen davor zurückschrecken würden, zum Dieb oder Mörder zu werden, bloß um den Goldklumpen zu bekommen. Darum wagte der glückliche Finder nicht einzuschlafen und seinen Schatz einen Moment aus den Augen zu verlieren. Wie ein Verbrecher mußte er des Nachts mit seinem rechtmäßigen Eigentum fortschleichen, um die nächste Stadt zu erreichen und den Klumpen in der Bank gegen gute Goldstücke umzutauschen. Und hinter ihm her schlichen Leute mit Revolvern in der Tasche und mit Mordgedanken im Sinne.... um ihm in einsamer Gegend aufzulauern und ihm das Gold zu entreißen.

Kein Tag verging ohne Revolverschüsse und Todesgeschrei, kein Tag, ohne daß ein Dieb gehängt wurde.

„Seht ihr’s!.... Seht ihr’s!“ rief der Adler. „Es ist gekommen, wie ich prophezeit habe. Überall, wo das rote Gold schimmert, erwächst Unheil und Verbrechen. Wer nichts findet, wird schlecht und mißgünstig. Und wer etwas findet, wagt nicht froh zu sein, aus Furcht, das Gefundene wieder einzubüßen.“

„Ich glänze!.... Ich glänze!“ rief das Gold.

„Wann kommt die Reihe an uns?“ fragte das Eisen. „Wir liegen hier, gewaltig und groß, und niemand schenkt uns Beachtung.“

„Wer wird euch beachten, wenn ich hier bin!“ erwiderte das Gold.

Der Adler sagte nichts, denn eine Kugel pfiff an seinem Kopfe vorbei. Er lüftete die Flügel und schwebte in großen Kreisen hoch über Schußweite empor. Erst als es Abend wurde, wagte er es, zu seiner Felsenspitze zurückzukehren.