„Hast du ihre Augen um deinetwillen strahlen sehen?“ fiel der dritte Dukaten ein. „Hast du sie toll gemacht vor Glückseligkeit?“

„Bist du je schuld daran gewesen, daß sie bis zum Tode verzweifelt waren?“ fragte der vierte Dukaten. „Haben sie je deinetwegen schlaflose Nächte gehabt?“

„Bist du etwa bei ihnen in ihrem stillen Kämmerlein gewesen?“ rief der fünfte Dukaten. „Hat ihre Hand dich gestreichelt, hat ihr Mund dich geküßt? — Nichts weißt du von den Menschen!“

„Erzählt!“ bat das Eisen flehentlich. „Erzählt doch alle, was ihr wißt... einer nach dem andern. Wir können nie genug hören... Wir sehnen uns so... Fangt an!“

„Ich mag das nicht mit anhören,“ rief der Adler.

Er lüftete die Flügel, blieb aber dennoch sitzen.

Und nun ergriff der erste Dukaten das Wort und erzählte:

„Ich bin einmal bei einem Gastwirt gewesen —“

„Nein, nein!“ rief das Eisen dazwischen. „Du sollst hübsch ordentlich mit dem Anfang beginnen, wir wollen uns nicht das geringste entgehen lassen. Du bist doch wohl mal ein Klumpen gewesen, hast mit im Berge gelegen?“

„Allerdings,“ gab der Dukaten zur Antwort. „Das ist aber schon sehr, sehr lange her. Mir ist seitdem so fürchterlich viel passiert, daß meine Kindheit mir fast aus dem Gedächtnis entschwunden ist. Ja... wart einmal... jetzt entsinne ich mich. Ich lag im Klumpen an einer wilden, öden Stelle. Ungefähr wie hier sah es aus. Je mehr ich mich umschaue, desto mehr scheint mir meine Heimat diesem Tale hier zu gleichen. Auch dort saß ein Adler auf der Felsenspitze... und es gab dort gleichfalls Silber und Blei und Eisen und Kupfer; nur lag es nicht so offen, der Boden war nicht so aufgewühlt wie hier.“