„Es hat keinen Zweck, viele Worte darüber zu verlieren,“ entgegnete der Sauerstoff. „Aus der Luft kriegt er dich jedenfalls nicht. Und bekommt er keinen Sauerstoff, dann erstickst du ihn. Es hat keinen Zweck, einem kleinen Jungen zu viel auf einmal zu erklären; und er soll lieber auf das hören, was ich ihm sage. Ist er vernünftig, so klingelt er seiner Mutter und bittet sie, ein Fenster zu öffnen. Die Nacht ist lang, und es sind noch mehr Leute hier drin im Zimmer, die Sauerstoff brauchen.“

„Wer ist denn hier drin?“ fragte der Junge.

„Die Pelargonie,“ erwiderte der Sauerstoff, „der Kanarienvogel und die Lampe.“

„Ich verstehe keine Silbe von alledem,“ sagte der Junge. „Was soll ich nur machen? Ich bin krank, und ich hab’ so große Angst.“

„Es ist nicht genug Stickstoff in dir,“ belehrte ihn der Stickstoff. „Darum bist du solch ein Hasenfuß.“

„Wenn ich gesund bin, habe ich keine Angst,“ rief der Junge. „Du kannst den Franz fragen. Er ist drei Jahre älter als ich, und ich hab’ ihm in der letzten Pause eine ordentliche Maulschelle gegeben. Aber euch kann ich nicht sehen, und darum fürchte ich mich vor euch.“

„In sichtbarer Gestalt bin ich nur den Gelehrten bekannt,“ sagte der Sauerstoff. „Aber wart’ einmal ... Hast du ein Taschenmesser?“

„Gewiß,“ rief der Junge, „ein wunderschönes, mit vier Klingen. Onkel Hans hat es mir zu Weihnachten geschenkt. Es liegt in meiner Hosentasche. Aber ich weiß nicht, wo meine Hosen sind.“

„Ist nicht eine von den Klingen rostig?“ fragte der Sauerstoff.

„Bist du verdreht?“ sagte der Junge. „Glaubst du, daß ich so schlecht auf mein Messer achtgebe. Franz, der liederliche Geselle, hat immer ein rostiges Messer. Er ist zwar Erster in der Klasse, aber trotzdem ein großer Luftikus, und außerdem klatscht er.“