„Ich kenne ihn nicht,“ versetzte der Sauerstoff. „Aber siehst du, dieser Rost auf dem Messer des Franz... das bin ich.“
„Dann bist du doch keine Luft, wie du vorhin sagtest,“ fiel der Junge ein. „Denn Rost kommt vom Wasser.“
„Das ist richtig,“ erklärte der Sauerstoff. „Aber ich bin auch im Wasser enthalten. Und wenn Wasser an das Eisen kommt, so laufe ich auf der Stelle hin und verbinde mich mit dem Eisen, und dann werde ich zu Rost.“
„Du solltest es lieber ganz offen sagen, wie es sich verhält,“ warf der Stickstoff ein. „Du verbrennst das Eisen. Das tust du. Und du verbrennst auch den Jungen. Wenn du das Messer verbrennst, wirst du zu Rost. Und wenn du den Jungen verbrennst, wirst du zu Kohlensäure. He... pst... Kohlensäure... bist du hier?“
„Jawohl,“ flüsterte eine dritte Stimme, die ganz dünn und schwach war. „Es ist wirklich schon lange her, seit mir so wohl gewesen ist wie heute nacht. Mir scheint, ich werde dicker und dicker.“
„Allerdings,“ entgegnete der Sauerstoff. „Und wenn der Junge vernünftig ist, so klingelt er sofort und läßt das Fenster öffnen, sonst geht schließlich die Lampe aus, und die Pelargonie und der Junge und der Kanarienvogel sterben.“
Da griff der Junge nach der Klingel und schellte wie besessen.
Mutter kam herein. Sie erschrak, als sie die heißen Backen und blanken Augen ihres kleinen Jungen sah.
„Mutter, Mutter,“ sagte er, und dann konnte er vor Schreck nichts mehr sagen.
„Geht es denn wieder schlecht, mein Liebling?“ fragte sie und streichelte seine Wange. „Ist wieder jemand im Zimmer, der spricht?“