Es schien ihm, als bekämen die Dinge Stimmen, ganz wie im Märchen. Er dachte, der Sauerstoff, der Stickstoff und die Kohlensäure seien drei verzauberte Prinzen. Wenn er doch nur das rechte Wort fände, so würde er ihnen ihre eigentliche Gestalt wiedergeben... Wie amüsant das sein würde, wenn sie morgen hier säßen beim Eintritt des Vaters und der Mutter... und des Doktors! Und dann: wie schön würde es in der Schule werden. Denn die Prinzen müßten natürlich seine Schule besuchen, die ja die vornehmste in der Stadt war. Neben ihm würden sie sitzen... Na, vielleicht war es doch am besten, noch ein bißchen zu warten; denn er war augenblicklich nicht unter den Ersten der Klasse; und auf den unteren Bänken konnten Prinzen doch nicht gut sitzen. Aber im nächsten Monat wollte er sich Mühe geben, um heraufzukommen ...
Weil ihn solche Gedanken beschäftigten, war er nicht im geringsten erstaunt, als der Kanarienvogel aufwachte, dreimal zwischen seinen Stäben umherhüpfte, was dasselbe ist, wie wenn ein kleiner Junge sich die Augen reibt, und sagte:
„Ich finde, die Luft ist heute nacht sehr schlecht hier im Zimmer.“
Und auch die Pelargonie stimmte mit ein. Sie war derselben Meinung.
„Aha,“ dachte der Junge. „Das sind auch Prinzen. Jetzt kommt allmählich Leben in die Bude.“
Aber er sagte vorläufig nichts, um die beiden nicht zu erschrecken, sondern drehte bloß den Kopf, sah sie an und freute sich auf das, was nun kommen sollte.
Und doch kam es anders, als er erwartet hatte.
Die Lampe schnalzte plötzlich leicht auf mit der Feuerzunge und sagte:
„Ja, ich habe mir schon lange meine Gedanken darüber gemacht, während ich hier stand und ein kleines Schläfchen hielt. Es ist nur merkwürdig, daß der Junge nichts davon merkt. Die Menschen sind doch in der Regel sonst die ersten, die ein großes Lamento anstellen, wenn mit der Luft irgend etwas nicht in Ordnung ist.“
„Jungen sind keine richtigen Menschen,“ sagte der Kanarienvogel. „Wenigstens nicht in dieser Beziehung. Sie können unglaublich schlechte Luft vertragen.“