Gar oft saß der Neuntötervater nachdenklich da und starrte den großen Vogel an.

„Familienähnlichkeit hat er gar nicht,“ sagte er dann wohl zu seiner Frau, die im Halbschlummer hockte; so müde war sie. „Wir sind nicht so groß und haben auch eine andre Färbung.“

Eines Morgens schnappte das Junge nach einer großen, garstigen, zottigen Larve, die im Grase umherkroch.

„Spuck’ sie aus! Spuck’ sie aus!“ schrie die Mutter. „Sie ist giftig! Sie kann dir den Tod bringen!“

„Solche Larven habe ich schon oft gegessen,“ erwiderte das Junge ganz ruhig. „Sie schaden mir nichts; und von dem, was ihr mir gebt, kann ich nicht satt werden.“

„Ein merkwürdiger Neuntöter,“ erklärte der Vater und schüttelte den Kopf.

„Es ist gar kein Neuntöter,“ sagte da auf einmal jemand ganz in der Nähe.

Das Männchen blickte auf und gewahrte ein altes Zaunkönig-Mütterchen, das sich auf einem Zweige schaukelte.

„Was ist es nicht?“ fragte er.

„Es ist gar kein Neuntöter,“ wiederholte der Zaunkönig.