„Ja, du bist zu bedauern!“ sagte der Dorsch. „Wo du dazu bestimmt bist, im Wasser zu leben — und daß du das bist, kann ich ja an deiner Gestalt sehen — da muß es doch greulich lästig sein, jeden Augenblick hinauf zu müssen, um Atem zu holen. Da finde ich denn doch, daß ich besser daran bin.“

„Findest du? Ja, jeder nach seinem Geschmack! Es war recht dumm von mir, mich mit einer Person, wie dir, einzulassen. Wie solltest du das Leben und die Gefühle vornehmer Leute verstehen können! Nun geh’ ich wieder. ’s war ganz zufällig, daß ich hier herunterkam.“

„Adieu!“ rief der Dorsch. „Verlier’ die Luft nicht, bis du hinaufkommst, um dir neue zu holen!“

Der Tümmler schwamm hinauf, und die anderen lachten über den Besucher.

„So einer!“ spottete der Dorsch. „Wie idiotisch vornehme Leute sein können! Da segelt der Tümmler umher und bildet sich ein, daß er besser daran sei als wir, weil er im Wasser keine Luft kriegen kann.“

„Ja, so ein Dünkel ist eine schlimme Sache,“ sagte der Hummer. „Wenn man älter wird, sieht man das am besten ein und lernt, daß wir alle gleich sind vor dem lieben Gott.“

„Na—a,“ fiel der Dorsch ein. „Das, scheint mir, heißt wieder ein bißchen zu weit gehen. Du hast selber gehört, wie ich diesen Prahlhans vorhin zurechtgewiesen habe; denn ich bin ein einfacher, rechtliebender Mann. Aber alle Unterschiede kann man nun doch nicht aus der Welt schaffen.“

„Dann also nicht,“ sagte der Hummer. „Ja, mir ist es gleichgültig; erst muß ich meine Schalen wieder haben.“

„Ja, du bist dabei, die Schalen zu wechseln,“ erwiderte der Dorsch. „Das kann nicht amüsant sein.“

„Nein, das kannst du mir glauben, besonders in meinem Alter. Hier geht man nun Tag für Tag sozusagen im bloßen Hemde umher und ist dem Zugwind ausgesetzt und all den anderen Unannehmlichkeiten. Es ist das siebente Mal, daß ich die Geschichte durchzumachen habe.“