„Laßt sie nur fliegen,“ sagte die Alte. „Hier sind noch genug. Gebt nur auf die dreißig acht, ihr wißt ja!“
„Jetzt fliege ich,“ rief die ungeduldige Prinzessin. „Ich habe mir einen Mann ausgesucht und will auf die Hochzeitsreise gehen. Leb’ wohl, du alter Hügel!“
Bei diesen Worten lüftete sie ihre Flügel, aber im selben Augenblick wurde jedes ihrer Hinterbeine von einer Ameise ergriffen; und die sechs Ameisen verneigten sich bis auf die Erde und riefen:
„Ew. Gnaden dürfen uns unter keinen Umständen verlassen. Wir haben beschlossen, daß Sie die erste von unseren dreißig neuen Königinnen sein sollen, und wir würden ganz untröstlich sein, wenn Sie wegflögen.“
„Laßt mich los!“ schrie die Prinzessin. „Ich will oben in den grünen Bäumen Hochzeit halten.“
Da kam die alte Ameise aufgeregt herzugelaufen und rief:
„Nicht daran zu denken... Sofort wird die Hochzeit gefeiert, meine Liebe!“
Doch dann erschrak sie ob ihrer unehrerbietigen Worte; und demütig fügte sie hinzu:
„Wollen sich Ew. Gnaden nicht beruhigen! Nur noch einen Augenblick, und die herrlichste Blattlauslimonade wird für Sie ausgeschenkt werden. Wenn Sie geruhen wollen, Ihre Hochzeit hier beim Hügel abzuhalten, so werden Ihre Getreuen Ihnen sofort als der ersten Königin huldigen.“
Aber die Prinzessin schrie: „Laßt mich los! Laßt mich los!“