Doch die Ameisen ließen sie nicht los. In der Umgebung des Hügels spielte sich genau der gleiche Vorgang mit den neunundzwanzig andern Ameisen ab, die die Alte zu Königinnen des Hügels erwählt hatte. Sie wollten fortfliegen, aber die Wachen hielten sie zurück.

Als sie eine Zeitlang gewütet hatten, fügten sie sich, und ihre Hochzeit wurde mit großer Feierlichkeit begangen. Blattlauslimonade floß in Strömen, und die alte Ameise hielt eine Rede nach der andern und stellte den jungen Königinnen die verschiedenen Kompagnien vor.

Gegen Abend waren ihre Männer ganz berauscht und ließen die Flügel hängen.

„Bringt die Königinnen zur Ruhe!“ befahl die Alte. „Führt sie in die Gemächer, die für sie instand gesetzt sind; dann wollen wir untertänigst den Augenblick abwarten, da sie gerufen werden, mit dem Eierlegen zu beginnen.“

„Was sollen wir mit den Männern anfangen?“ fragte eine der Ameisen.

„Beißt sie tot,“ erwiderte die Alte. „Was haben wir denn von diesen Vielfraßen!“

Und eins, zwei, drei! waren die Männer ins Jenseits hinüberbefördert; und es begann der feierliche Einmarsch in den Hügel.

Aber wer sich widersetzte, das war jene trotzige, ungebärdige Prinzessin.

„Ich will nicht in den Hügel hinein,“ sagte sie. „Ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, wie ihr die alten Königinnen habt hungern lassen, und wie ihr sie hernach aufgefressen habt. Und jetzt habt ihr meinen lieben Mann ermordet. Ich will fort.“

Mit einem gewaltigen Satz riß sie sich von der Wache los und schwang sich in die Lüfte.