Mitten im Walde war ein kleiner, gemütlicher, offener Platz zwischen den Kronen der Bäume, nicht sehr weit von der Oberfläche entfernt. Das Wasser dort war warm und klar, und der Platz lag so, daß selten jemand dorthin kam.
Auf diesem Platze spielten täglich vier Kinder miteinander und unterhielten sich, so gut sie es verstanden.
Alle vier waren so klein, daß man sie nicht mit bloßem Auge sehen konnte. Und selbst wenn einer mit einem Vergrößerungsglase gekommen wäre und sie beobachtet hätte, so würde er trotzdem Mühe gehabt haben, sie voneinander zu unterscheiden, falls er nicht eine ganze Menge Naturgeschichte wußte.
Denn es waren vier runde, durchsichtige Wesen mit feinen Härchen, aber ohne Kopf, Beine, Augen und alles das, was zu einem ordentlichen Tier gehört, und was auch der Mensch nicht gut entbehren kann.
Trotzdem gehörten sie durchaus nicht zu einer und derselben Familie. Das eine der Wesen war das Kind einer Sternkoralle, das zweite war das Kind einer Qualle und das dritte war ein Seestern. Das vierte aber war ein echter kleiner Austernsproß.
Eines Tages sprachen die Vier davon, was sie werden wollten, wenn sie groß sein würden.
„Ich will ein Räuber werden!“ schrie das Seesternkind. „Ich will mich im Tangwald verstecken und auf Muscheln und kleine Fische und alles, was ich kriegen kann, losstürzen und sie bis auf den letzten Blutstropfen aussaugen.“
Die kleine Qualle rief: „Ich will umherschwimmen und hübsch aussehen. Und wenn mir jemand zu nahe kommt, dann wird er sich schön an mir verbrennen.“
„Ich bin zu etwas Höherem bestimmt!“ sagte das Austernkind und spielte sich dabei so auf, wie es nur möglich ist, wenn man weder ein Gesicht noch Augen hat.
„Sooo?“ fragte der Seestern. „Woher weißt du denn das?“