Nach unten hin aber war desto mehr zu sehen.

Auf dem Berge wuchsen nämlich ungeheure Tangwälder, die sich meilenweit die Hänge hinan und hinab erstreckten. Wenn die Wogen rollten, dann fächelten die Blätter im Wasser, wie die Blätter der Bäume oben am Lande im Winde wehen. Doch die Stämme der Tangbäume waren bei weitem nicht so dick und steif wie die der Buchen und Eichen, und daher wehten sie mit hin und her, wohin die Wellen sie trieben.

Die Tangbäume waren viel höher als die Bäume am Lande, wuchsen aber nie über die Oberfläche des Meeres hinauf. Denn wenn ihre Blätter an die Luft kamen, trockneten sie ein und verwelkten. Wenn aber das Wasser still war, breiteten sie sich aus und leuchteten in prächtigen Farben, roten und gelben, grünen und braunen, wie sie auch das Laub unserer Wälder im Herbste aufweist. Und zwischen den Kronen der Tangbäume schwammen eine Menge Fische von einem Baum zum andern — gerade so, wie die Vögel im Walde umherfliegen.

Aber das waren keine so langweiligen grauen Burschen, wie Dorsch, Hecht und Aal. Viele von ihnen glänzten wie Gold und Silber; der eine war himmelblau, der andere scharlachrot. Und dann war da der Igelfisch, der sich zu einer Kugel aufblasen, die Stacheln nach allen Seiten kehren und den andern Tieren einen ungeheuern Schrecken einjagen konnte.

Denn es waren noch viele, viele andere Tiere in dem Tangwalde.

Da waren Muscheln mit ganz unglaublich drolligen Schalen und Schnecken mit großen, bunten Häusern. Da waren Tintenfische, die mit riesiger Geschwindigkeit rückwärts durch das Wasser herangeschossen kamen; Krebse, die gleichfalls rückwärtsschwammen und mit ihren großen Scheren schnitten, und schiefe, flache Krabben, die seitlich krochen und trotzdem vorwärtskamen.

Zuweilen kam eine ganze Herde von einigen hundert großen, unbeholfenen Schildkröten, die in dem Tangwalde weideten, wie die Kühe auf der Wiese.

Es kam auch vor, daß ein gewaltiger Walfisch herangeschwommen kam. Dann wurde es dunkel, als ob eine Wolke vor die Sonne träte, wo der Wal den Tangwald durchbrach. Und wenn er mit seinem starken Schwanz um sich schlug, erzitterten die Tangbäume, als ob ein Erdbeben tobte.

Einmal passierte es auch, daß ein Schiff über den Tangwald segelte. Ein Matrose fiel über Bord, und er wurde sofort von einem großen Hai verschlungen, der dann mit dem besten Gewissen von der Welt weiterschwamm.

Ja, es herrschte ein lustiges, buntes Leben und Treiben in dem Tangwalde. Aber still war es, ganz still; denn kein einziges der Tiere schrie oder sang.