Die alte Koralle konnte auf ihr Werk stolz sein. Denn sie war ja die Ururahne der ganzen Korallenfamilie.

„Vergeßt die Insel nicht!“ schärfte sie ihren Nachkommen bis zuletzt ein.

Dann starb sie. Das Wasser spülte ihre Leiche fort, aber da, wo sie gesessen hatte, blieb auf dem Korallenstamm ein Zeichen wie ein Stern zurück.

*

Viele, viele Jahre vergingen.

Die Wogen des Meeres aber rollten unaufhörlich weiter, die Sonne schien, der Sturm sang, und die Kronen des Tangwaldes fächelten im Wasser.

Die Tangbäume, zwischen denen das Korallenkind gespielt hatte, waren freilich längst heraufgerückt und fortgespült worden; aber andere waren dort, wo sie standen, aufgewachsen. Die Schildkröten, die dort geweidet hatten, waren längst gestorben, aber neue Schildkröten waren an ihre Stelle getreten. Die Auster war weg, der Seestern war weg, und auch die bunten Fische, die einst zwischen den Bäumen umherschwammen, waren verschwunden. Der gewaltige Walfisch, der alle die Quallenkinder mit einemmal verschlungen hatte, war durch eine Harpune getötet und zu Tran gekocht worden.

Wenn sie aber auch alle fort waren, so waren doch die Nachkommen ihrer Kindeskinder da, und die sahen genau so aus wie sie selbst und benahmen sich auch ebenso, so daß man keine Veränderung im Tangwalde wahrnehmen konnte.

Nur da, wo das Korallenkind sich festgesetzt hatte, um seine Insel zu bauen, sah es anders aus.

Eine ungeheure Menge Korallenbäume standen da, und es kamen immer neue hinzu. Millionen kleiner Korallenkinder schwammen in die Welt hinaus, kehrten wieder heim und setzten sich neben ihren Eltern und Vorfahren fest. Millionen der Tiere starben. In vielen der Korallenbäume war kein einziges lebendes Tier mehr, aber alle die harten Kalkzweige waren dort, wo sie gesessen hatten, voll von Sternen.