Als nun die Erde eines Tages ihren Bauch anschaute, da entdeckte sie am Äquator einen kleinen Knoten, den sie bisher nie bemerkt hatte.
„Was zum Kuckuck ist das denn nun wieder?“ rief die Erde ärgerlich.
Es war nichts anderes als die Koralleninsel. Als die Erde aber erfuhr, wie die Sache zusammenhing, da wurde sie fürchterlich zornig.
„Jetzt wird es mir denn doch zu toll!“ rief sie aus. „Es war schon arg genug, daß man sich von dem großsprecherischen Kometen zum Narren halten lassen und sich darein fügen mußte, monatlich von so einem elenden Mond ausgelacht zu werden... es genügte gerade, daß die Menschen in meinen Eingeweiden wühlten und Land zu Wasser und Wasser zu Land machten und schalteten und walteten, wie sie Lust hatten... Aber darein will ich mich denn doch nicht finden, daß so ein Korallenjunges, das man nur durch ein Vergrößerungsglas sehen kann, meine Figur umformt und mir eine regelrechte Insel mitten auf meinen Bauch setzt! So ein jämmerliches Weichtier! Der Sache wollen wir ein Ende machen!“
Und im selben Augenblick senkte die Erde da, wo die Koralleninsel lag, den ganzen Meeresboden.
Den Schreck der Korallen kann man sich vorstellen.
Die Insel verschwand im Meere; und die Möwe, die darauf saß, flog mit einem lauten Schrei empor. Die Korallenblöcke stürzten durcheinander und gingen in Stücke. Fische, Krebse und Schildkröten flüchteten, so schnell sie konnten, und jedes Blatt im Tangwalde zitterte.
Als es im Wasser aber wieder ruhig geworden war, da flüsterten die Korallentiere einander zu:
„Vergeßt die Insel nicht!“
Unverdrossen begannen sie, von neuem zu bauen. Und als einige Zeit vergangen war, waren sie wieder oben an der Oberfläche, die Wellen schleuderten gewaltige Blöcke hinauf, und die Insel lag wieder da.