Er ging darauf zu und pflückte es. Und er kniete nieder und sah sich auch die andern Blumen an. Er guckte in die Luft, einer Libelle nach, die vorbeischwirrte. Und wie es nun zuging, weiß niemand — auf einmal lag er auf dem Rücken und sah in die Wolken hinauf.
Kurz darauf schlief er ein. Neben ihm stand der Korb mit dem Zettel darin. Die Sonne schien. Die Uhr auf dem Kirchturme schlug neun, der Krämer setzte die Läden vor seine Fenster und schloß seine Tür. Die Mutter aber saß zu Hause und wartete.
Das war nun schon ziemlich unheimlich. Aber es kommt noch viel ärger.
Wie der Junge so dalag und in den Tag hinein schlief, setzte sich eine Fliege auf seine Nase. Die Nase wurde krausgezogen; aber die Fliege blieb, wo sie war.
„Der Himmel mag wissen, wozu wir eigentlich hier liegen,“ sagte die Nase. „Das ist ja eine ganz abscheuliche Stelle.“
„Wir sind zugefallen,“ sagten die Augenlider, „und damit lag das Ganze im Schlaf.“
Als die Augenlider das gesagt hatten, entstand eine merkwürdige Munterkeit in dem ganzen Jungen.
Es war nicht so, wie wenn ein Junge, der wach ist, lacht, auch nicht, wie wenn ein Junge im Schlafe lacht. Es lachte ringsumher in dem Jungen auf die sonderbarste Art. Die Beine lachten, und die Hände lachten, die Zähne grinsten, die Nase schnob, das Herz hüpfte im Leibe vor Lustigkeit, die Ohren lachten, der Magen gluckste... kurz, es war keine Faser an dem Jungen, die nicht vor Lachen über die Wichtigtuerei der Augenlider vergehen wollte.
„Himmel!“ riefen die Beine, als sie sich wieder beruhigt hatten. „Wie können die Leute nur so eingebildet sein! Man muß doch wirklich ein arger Einfaltspinsel sein, wenn man nicht sehen kann, daß wir das Ganze tragen. Wenn wir gehen, geht das Ganze. Und wenn wir den Dienst versagen, dann sitzt ihr sämtlich in der Patsche.“