„Freut mich,“ antwortete das Gehirn. „Aber — ich habe eine Endstation in unserer Nase, wie ich sie an allen anderen Stellen in uns habe, und die hat mir ja sofort Nachricht über die Apfelschnitten gegeben. Nun ließ ich die Ohren horchen, ob sie noch die Tritte des großen Bruders hören könnten, und die Augen ließ ich Ausguck halten, ob er noch in Sicht sei. Als ich mich so überzeugt hatte, daß keine Gefahr von dieser Seite her drohte, befahl ich den Beinen, uns zur Tür hin zu tragen, der Hand, höflich anzuklopfen, dem Rücken, vor Mutter Sörensen eine schöne Verbeugung zu machen, und den Augen, nach den Apfelschnitten zu schielen. — Da bekamen wir denn auch ein paar.“
„Sie schmeckten wunderschön!“ sagte die Zunge.
„Sie lagen etwas schwer in mir,“ meinte der Magen. „Ich hatte grauenhafte Mühe mit ihnen. Es zwickte mich gehörig!“
„Jetzt bin ich fertig mit der Geschichte,“ schloß das Gehirn. „Habt ihr etwas einzuwenden?“
Sie schwiegen alle eine Weile, überwältigt von dem, was das Gehirn gesagt hatte und worin, wie sie ja nicht leugnen konnten, jedes einzige Wort richtig war.
Aber dann fing der Magen an zu knurren:
„Das mag alles wirklich so sein, wie du es erzählt hast. Aber überall hast du nun doch nicht das Kommando, du eingebildetes Hirn! Wenn ich die Nahrung verdaue, frage ich dich nicht um Erlaubnis zu allem, was ich tue.“
„Ich frage dich auch nicht jedes Schlages wegen, den ich tue,“ stimmte das Herz ein.