„Das, was ihr da sagt, ist vollkommen richtig,“ entgegnete das Gehirn, ruhig wie zuvor. „Ich habe auf sehr vieles aufzupassen und muß an vielen Stellen zugleich sein. In Wirklichkeit habe ich noch viel mehr zu leisten, als ich hier erwähnt habe. Ich soll ja zum Beispiel auch dafür sorgen, daß unser kleiner Junge etwas lernt und ein rechter Mann wird. Darum überlasse ich es für gewöhnlich euch, eure eignen Geschäfte zu besorgen. Aber darum müßt ihr euch nicht einbilden, daß ihr tun könnt, was ihr wollt. Ich habe ein Auge auf euch, müßt ihr wissen! Ich habe telegraphische Verbindung mit jedem Stückchen von euch, und sobald das Allergeringste nicht stimmt, werde ich sofort davon in Kenntnis gesetzt.“

„So ein Geschwätz!“ riefen die Augen.

„Die reine Prahlerei!“ schrie der Magen.

„Ihr irrt euch durchaus,“ versetzte das Gehirn. „Und ich kann es euch leicht beweisen. Habt ihr zum Beispiel jemals gehört, daß ein kleiner Junge Magenschmerzen hat, ohne daß er heult? — Da seht ihr’s! Ich bekomme es zu wissen, daß mit dem Magen etwas verkehrt ist, telegraphiere dem Mund, daß er heulen soll — und er heult. Die Mutter des Jungen kommt und erfährt, daß er zu viel Kuchen gegessen hat. — Brauch’ ich noch weiterzugehen?“

„Nein,“ versicherte sehr ernst das Gefäß.

Da sagte das Gehirn nichts mehr, denn nun hatte es gesagt, was zu sagen war. Aber die andern schwatzten weiter und wurden so laut, daß der Junge schließlich aufwachte.

Mit einem Ruck richtete er sich empor und rieb sich die Augen. Er sah zum Himmel und rings im Grase umher. Und er sah auf den Korb, der dastand und ihn mit dem Zettel darin angähnte.

Plötzlich wurde es dem Jungen klar, daß er geschlafen hatte.

Wie lange, wußte er nicht; aber er hatte eine unheimliche Ahnung davon, daß er nun zu spät zum Krämer kommen werde. Es waren keine Leute mehr auf dem Wege. Angenommen nun, der Krämer hätte schon seinen Laden geschlossen....