Mit einem Schrei ließ der Mann es los.

„Warst du auch lebendig?“ fragte er.

Darauf konnte es selber nicht antworten, denn es war tot. Doch eins von den andern, die auf dem Beet standen, nahm das Wort:

„Natürlich sind wir lebendig. Was denn sonst? Aber wir wissen wohl, daß wir sterben müssen. Wir sind bloß ausgesät, um zu wachsen und einst den Menschen als Nahrung zu dienen... diesen fürchterlichen Essern, die nie an etwas anderes als an Magenzufuhr denken und alles verzehren, was in ihre Nähe kommt. Schlimmere Räuber und Mörder gibt es nicht in der ganzen Welt.“

„Ich bin kein Räuber und kein Mörder,“ versicherte der Mann. „Ich werde euch niemals mehr essen! Ich will meinen Hunger mit ein paar Erdbeeren stillen...“

„Natürlich,“ sagte das Radieschen. „Mord muß sein. Glaubt er, törichtes Menschenkind, daß die Erdbeeren etwa nicht lebendig seien?“

Da lief der Mann aus dem Garten ins Haus, und er setzte sich in seine Stube und weinte. Er meinte, sterben zu müssen vor Hunger, da er nicht zum Mörder werden wollte, seines guten Herzens wegen.

Doch da er nicht gleich starb und der Hunger immer stärker wurde, ging er an seinen Schrank und ergriff einen wunderschönen roten Apfel, den er den ganzen Winter über verwahrt hatte.

„Den werde ich essen können,“ sagte er.

Doch kaum hatte er die Zähne angesetzt, als der Apfel tief und wehmütig zu seufzen begann.