„Ist das alles?“ fragte der Löwe. „Ich habe schon viele Schafe in meinem Leben verspeist, wenn mir Hirschfleisch auch lieber ist! Warum sollte der Zweifüßler sich nicht einen Happen Fleisch nehmen dürfen, wenn er Lust dazu hat?“
„Wenn ich eine Bemerkung einwerfen darf,“ begann nun das Rind, „so möchte ich an das erinnern, was ich gesagt habe, als wir neulich hier versammelt waren. Du hast gut reden, Löwe, denn dir vermag der Zweifüßler nichts anzuhaben. Uns aber frißt er auf. Trotzdem solltest auch du dich in acht nehmen. Er kann dir ein gefährlicher Konkurrent werden. Wenn er nun viele Kinder bekommt, die alle Schafe auffressen!“
„Er rüstete sich von neuem zum Sprunge.“
„Die Rinder sind ja immer noch übrig,“ sagte lachend der Löwe, und seine fürchterlichen Zähne glänzten.
„Ganz recht,“ entgegnete das Rind und wich vorsichtig zurück. „Die Reihe kommt sicher auch an die Rinder, nachdem er einmal Blut geleckt hat. Er sieht fürchterlich gefräßig aus. Und ich finde, es sind ohnehin schon genug Leute vorhanden, die mich zu fressen wünschen.“
„Hm!“ brummte der Löwe. „Daran mag ja etwas Wahres sein. Ich liebe nur diese Angstmeierei nicht. Aber laß uns mit dem Burschen reden!“
Er ging, und der Orang-Utan sprang ihm eifrig voraus, unaufhörlich rufend:
„Diesen Weg!... Diesen Weg!“
Und nun stand der Löwe unter dem Baum, auf dem der Zweifüßler wohnte. Alle die andern Tiere des Waldes waren ihnen gefolgt und lauschten und starrten.