Und mit großer Mühe kroch sie auf eines der Seerosenblätter, streckte die Beine aus und machte sich auf den Tod gefaßt.
Aber als die Sonne rot und rund im Osten aufging, da platzte der Rücken der Larve auf einmal. In ihrem Innern kribbelte und krabbelte es, und ihr war so eng und bange zumut — o, sie litt unsägliche Qualen.
Überwältigt schloß sie die Augen, aber im Innern, da drängte und arbeitete es weiter. Endlich merkte sie auf einmal, daß sie frei war, und als sie die Augen aufmachte, schwebte sie auf steifen, glänzenden Flügeln durch die Luft als anmutige Libelle.
Doch unten auf dem Seerosenblatt lag ihre häßliche, graue Larvenhülle.
„Hurra!“ rief die neugebackene Libelle. „Nun ist mein schönster Traum doch in Erfüllung gegangen!“
Und im Fluge durchschwirrte sie die Luft, als ginge die Fahrt bis ans Ende der Welt.
„Die Närrin hat doch ihren Willen bekommen!“ dachte die Seerose. „Nun wollen wir sehen, ob sie zufriedener geworden ist.“
*
Zwei Tage darauf kam die Libelle angeflogen und setzte sich auf die Seerosenblüte.