„I, guten Tag!“ rief die Seerose. „Sieht man dich endlich einmal? Ich dachte wirklich, du wärest zu vornehm geworden, deine alten Freunde zu begrüßen.“

„Guten Tag,“ sagte die Libelle. „Wohin soll ich die Eier legen?“

„Ach, die wirst du schon unterbringen!“ antwortete die Blüte. „Setz’ dich ein Weilchen zu mir und erzähle mir, ob du jetzt zufriedener bist als damals, als du als häßliche kleine Larve an meinem Stengel auf und nieder krochst!“

„Wohin soll ich die Eier legen? Wohin soll ich die Eier legen?“ rief die Libelle und flog surrend hin und her, legte ein Ei hierhin und eines dahin und ließ sich endlich müde und matt auf ein Blatt nieder.

„Nun?“ fragte die Seerose.

„Ach, damals hatte ich es besser, viel besser!“ seufzte die Libelle. „Im Sonnenschein ist es ja zwar herrlich; und ein Vergnügen ist es, so über dem Wasser dahinzufliegen; aber habe ich denn je Zeit, mich daran zu erfreuen? Ich bin so furchtbar beschäftigt, mußt du wissen. Früher hatte ich an nichts zu denken. Jetzt aber muß ich den ganzen Tag lang umherfliegen, um die dummen Eier unterzubringen. Keinen Augenblick bin ich frei, und kaum habe ich Zeit zum Essen.“

„Hab’ ich’s dir nicht vorhergesagt?“ rief die Seerose triumphierend. „Hab’ ich dir nicht prophezeit, daß du aus dem Regen in die Traufe kommen würdest?“

„Leb’ wohl,“ antwortete die Libelle mit einem Seufzer, „ich habe keine Zeit, deine spöttischen Bemerkungen anzuhören. Ich muß heute noch mehr Eier legen.“

Doch als sie gerade fortfliegen wollte, da kam der Star.